Alnatura: Aus für Märkte in der Schweiz
Foto: Alnatura/Bernward Bertram 2020
Nach dem Ausstieg von Migros schließt Alnatura zum Jahresende alle 25 Märkte in der Schweiz. Die Suche nach einem neuen Franchisenehmer blieb ohne Erfolg. Trotz intensiven Bemühungen habe sich kein neuer Partner finden lassen, so Alnatura. Der seit 2012 bestehende Franchising-Vertrag mit Migros werde im gegenseitigen Einverständnis nicht verlängert. Alnatura wolle den Betrieb nicht selbst übernehmen. Migros konzentriert sich künftig auf eigene Bio-Produkte und Absatzkanäle. „Nach umfangreichen Analysen sind wir jetzt zum Schluss gelangt, dass die Migros Zürich künftig nicht mehr die beste Betreiberin für die Alnatura-Filialen ist“, so Patrik Pörtig, Geschäftsleiter Migros Zürich, im Februar 2025. Der Rückzug aus diesem Geschäftsmodell sei das Resultat einer konsequenten Fokussierung auf den Migros-Supermarkt und der entsprechenden Ausrichtung der Ressourcen. Migros bleibt jedoch die wichtigste Abnehmerin von Alnatura-Produkten in der Schweiz und will das Sortiment in ihren Filialen kontinuierlich ausbauen. „Wir hätten gerne mit der Genossenschaft Migros Zürich weitergemacht“, so Boris Pesek, Geschäftsführer von Alnatura in der Schweiz, noch im Februar gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung. Pesek gab sich damals noch zuversichtlich und sah in der Schweiz ausreichend Potenzial für bis zu 50 Geschäfte. Eine Verdoppelung des Alnatura-Anteils am Bio-Markt von rund 3,5 Prozent hielt er laut Medienbericht für möglich. Was er offensichtlich nicht auf dem Schirm hatte: In der Schweiz dominieren mit Coop und Migros zwei Handelsketten, die das starke Label Bio-Knospe führen. Zudem bauen dort die Discounter Aldi und Lidl ihre Bio-Anteile fleißig aus.
Alle rund 260 betroffenen Verkaufsmitarbeitenden sollen nach Angaben von Alnatura von der Migros Zürich ein alternatives Stellenangebot erhalten. Für Filialflächen werden Nachfolgelösungen innerhalb aber auch außerhalb der Migros-Gemeinschaft gesucht.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
08.07.2025