Bio-Markt wächst weiter - ohne Fachhandel
Der Bio-Markt knackt einen neuen Rekord: Konsumenten gaben 4,42 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel und -Getränke im dritten Quartal 2026 aus. Somit stieg der Umsatz im Vorjahresvergleich um 2,8 Prozent. Bio erreicht nun einen Marktanteil von erstmals 8,1 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der BÖLW. Dieses Quartalswachstum übertraf die allgemeine Lebensmittel-Teuerungsrate (0,3 Prozent) um fast das Zehnfache. Bei dieser Entwicklung bildet der Fachhandel erneut das Schlusslicht: Er verliert zwei Prozent an Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und kann sich nur noch einen Marktanteil von 17,3 Prozent sichern.
Gewinner bleiben Drogeriemärkte und E-Commerce mit jeweils 7,8 Prozent Marktanteil. Da Bio in Drogerien zuletzt mehrfach zweistellig wuchs – so der BÖLW –, konsolidiere sich dort der Umsatz möglicherweise allmählich, aktuell mit einem Anteil am Bio-Markt von 12,7 Prozent. Ein starkes Wachstum legten zudem die Discounter hin: Ihr Umsatz stieg dank ihres Bio-Frischeangebotes um 4,4 Prozent. Der Marktanteil liegt somit bei 27,8 Prozent. Vollsortimenter wuchsen um 2,6 Prozent (Marktanteil: 31,4 Prozent). Der BÖLW führt die Umsatzentwicklung unter anderem auf die vielen Hitzetage zurück. „Der wachsende Bio-Markt ist ein Weckruf“, kommentiert Tina Andres, BÖLW-Vorstandsvorsitzende. „Die Menschen erwarten zu Recht, dass gerade die Bio-Branche Lebensmittel regional erzeugt und Wasser, Insekten und Vögel in ihrer Heimat schützt.“ Aufgabe der Politik sei es, Bauern zur Umstellung auf Ökolandbau zu ermutigen und deren Leistungen für das Gemeinwohl ausreichend zu honorieren. „Die Bundesregierung muss für gute Rahmenbedingungen für heimisches Bio sorgen.“
Der BÖLW erhebt 2026 erstmals in Zusammenarbeit mit der Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) Quartalszahlen für den Bio-Markt. Sie basieren auf Daten der Marktforschungsinstitute NIQ Nielsen und Yougov sowie für den Fachhandel Biovista und Bioberater SD Services.