Bio-Verbände gründen Taskforce Dürre

Foto: BIOwelt/Heike van Braak 2020
Futter-Knappheit setzt Bauern massiv unter Druck – jetzt reagieren die Bio-Verbände: Sie gründen die Taskforce Dürre, um Verbandsbetriebe bei der Suche nach verfügbaren Futtermittelquellen zu unterstützen. Bundesweit und verbandsübergreifend sollen Bio-Futterressourcen aus Deutschland und Italien möglichst schnell dorthin gebracht werden, wo Betriebe sie dringend benötigen. Der fachliche Austausch der Öko-Verbände soll zudem dazu beitragen, Landwirte bei der Bedarfsermittlung, Rationsoptimierung sowie Bestands- und Vorratsplanung noch gezielter zu unterstützen. Die Taskforce will damit nicht nur kurzfristig bei der Beschaffung von Futtermitteln helfen, sondern auch dazu beitragen, die knappen Ressourcen möglichst effizient einzusetzen. Bei der Taskforce mit dabei sind Biokreis, Bioland, Biopark, Demeter, Ecoland, GÄA, Naturland und der Verbund Ökohöfe. „An dieser Aktion muss sich Politik ein Beispiel nehmen. Die Ausschüttung von Dürrehilfen mit der Gießkanne durch mehr Direktmittel in 2027, wie Bundeslandwirtschaftsminister Rainer sie plant, ist ein politisches Armutszeugnis“, kommentierte die BÖLW-Vorsitzende Tina Andres. „Dieser Zuschuss reicht für diejenigen nicht, die derzeit echte Einbußen zu verkraften haben. So werden Steuermillionen verschwendet, statt damit eine klimaresiliente, diversifizierte Landwirtschaft aufzubauen. Monokulturen, fossile Düngemittel und chemischer Pflanzenschutz sind kein nachhaltiges Rezept gegen Dürre und Unwetter. Bio hat die besseren Antworten.“ Die anhaltende Dürre führte besondere in Teilen Süddeutschlands zu erheblichen Ernteausfällen. Auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben werden dadurch die Futtermittel für die Nutztierhaltung knapp. In Bayern und Baden-Württemberg wurde bereits der Katastrophenfall ausgelöst. Bio-Bauern dürfen dort konventionell erzeugtes Grünland- und Ackerfutter zukaufen. Viele Betriebe greifen noch auf Reserven zurück, die ursprünglich für den Winter oder als Notvorrat vorgesehen waren. Diese Vorräte sind jedoch begrenzt. Mit zunehmender Dauer der angespannten Situation steigt daher der Bedarf an zusätzlich zugekauften Futtermitteln. Bio-Betriebe stehen dabei vor einer besonderen Herausforderung: Futtermittel in Bio-Qualität sind deutlich weniger verfügbar als konventionelle Ware. Entsprechend schwieriger ist es für die einzelnen Betriebe, kurzfristig geeignete Alternativen zu finden.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am 19.08.2026
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