Bio wächst, Politik bremst
Foto; BIOwelt/Heike van Braak 2026
Der Bio-Markt boomt in 2025 im zweiten Jahr in Folge: Der Jahresumsatz stieg um acht bis zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 18,25 Milliarden Euro. Das schätzen verschiedene Forschungsinstitute. Besonders im Online-Lieferservice legt Bio ordentlich zu: Dort erreichten ökologische Produkte in 2025 durchschnittliche Umsatz-Anteile von bis zu 28 Prozent. Die Nase vorne hat hier Tegut mit 28 Prozent, gefolgt von Knuspr mit 26 Prozent und Rewe mit 20 Prozent. Doch da ist noch Luft nach oben – so der BÖLW. Er forderte am 15. Januar zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin von der Politik, die Signale auf Bio zu stellen. Das Motto: Öko first. Der BÖLW bekräftigte seine Forderung auch mit einem wachsenden Bio-Arbeitsmarkt: Die Branche beschäftigt mindestens 388.000 Menschen in Deutschland laut einer Erhebung im Auftrag des BÖLW – ein Anstieg von 2,1 Prozent in 2024 im Vergleich zu 2023. Der Trend zu Bio werde von der Politik jedoch weitgehend ignoriert und damit positive Nebeneffekte wie den Schutz des Wassers aufs Spiel gesetzt. Das ist das Fazit, das der BÖLW in Berlin gemeinsam mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zog. Potenzial für mehr Öko-Fläche sehen sie vor allem in Trinkwasserschutz-Gebieten. Schätzungsweise 1,84 Millionen Hektar Agrarfläche werden in Deutschlands Wassergewinnungsgebieten noch konventionell bewirtschaftet, Zu diesem Ergebnis kommt das Forschungsunternehmen Ecozept. Würden diese Flächen auf Bio umgestellt – so die beiden Verbände –, wäre das einerseits gut für die Sicherung der Wasserqualität. Zugleich würde Deutschlands Öko-Anteil substanziell wachsen: von 11,4 Prozent in 2024 auf mehr als 22 Prozent. Mehr in BIOwelt 2/2026.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
15.01.2026