BioNord: Plus bei Ausstellern und Besuchern

Foto: BioMessen 2025
Der Bio-Herbst zeigt sich von seiner schönen Seite: Nach einer erfolgreichen BioSüd zieht jetzt auch die BioNord eine positive Bilanz: 2.820 Fachbesucher und somit 2,8 Prozent mehr als im Vorjahr kamen am 12. Oktober nach Hamburg. Die Zahl der Aussteller stieg um 4,8 Prozent auf 307. Neben etablierten Bio-Herstellern füllten Start-ups, regionale Unternehmen und Verbände die Halle B6 auf der Hamburger Messe. „Der Standortwechsel nach Hamburg hat sich als nachhaltig positiver Impuls erwiesen“, so BioMessen Veranstalter Wolfram Müller. Wie wichtig die BioNord für den gesamten norddeutschen Raum sei, zeige sich unter anderem an der Präsenz der Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern auf der BioNord. „Die Zeiten, in denen Bio ein Selbstläufer war, sind erst einmal vorbei. Deshalb ist es wichtiger denn je, dass sich die Bio-Branche selbstbewusst und aktiv nach außen präsentiert“, kommentierte Veranstalter Matthias Deppe. Deshalb hätten sich die Veranstalter auch entschlossen, die BioOst 2026 für alle Bio-Interessierten zu öffnen. Um die Zukunft der Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft ging es in der BioMessen-Podiumsdiskussion 12 Uhr mittags. Das Thema diesmal: Pestizide sind kein Weg. Anja Voß, Geschäftsführerin Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. (BEL), berichtete über aktuelle Studien zur Pestizidbelastung: „Wir wissen, Pestizide bleiben nicht auf dem Acker. Sie sind faktisch überall nachweisbar, selbst im Hausstaub.“ Die offizielle agrarpolitische Position sei bekanntlich, dass zugelassene Pestizide sicher seien, so Dr. Corinna Hölzer, Pestizidexpertin des Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) und fragte: „Aber wie passt das damit zusammen, dass Parkinson als durch Pestizide verursachte Berufskrankheit bei Landwirten anerkannt ist?“ Es gehe nicht darum, jegliche Form des Pflanzenschutzes pauschal zu verdammen, stellte Tim Ruwe, Leiter der Landwirtschaft auf Gut Wulksfelde, klar. „Auch im Bio-Anbau wird gespritzt, aber wir arbeiten mit grundsätzlich anderen Ansätzen und Mitteln.“ Dringend reformbedürftig sei das aktuelle System der Zulassung für Pflanzenschutzmittel in der EU, bei dem immer nur Einzelwirkstoffe auf ihr Gefährdungspotenzial geprüft würden. Aktuell würden selbst gemäßigte Pestizidreduktionsziele von der Politik gekippt: „Das nimmt den Landwirten die Investitionsanreize und ist ein völlig falsches Signal“, so Tim Ruwe und Anja Voß bilanzierte: „Wir müssen uns deutlich mehr politisieren.“
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am 13.10.2025
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