BÖLW: Geteilte Ernte-Bilanz
Foto: BÖLW 2025
Die Klimakrise macht vor Bio nicht halt: Hitze und Trockenheit setzten in diesem Jahr vor allem dem Hafer zu. Die Körner verkümmerten teilweise, sodass Erträge und Qualitäten auf leichten Standorten laut Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) hinter den Vorjahreswerten zurückbleiben. Insgesamt fällt die Bio-Getreideernte 2026 bei Winterungen wie Winterweizen, Rogge und Gerste durchschnittlich aus – bei Sommerungen dagegen unterdurchschnittlich. Das meldete der BÖLW. Demnach trifft die kleinere Getreideernte auf einen noch gut versorgten Markt aus der reichlichen Ernte 2025. Akteure dürften insbesondere bei den Sommerungen noch eine Weile von Altbeständen zehren, so die Einschätzung des BÖLW. Bei den Winterungen fallen die Erträge im Durchschnitt mittelmäßig aus, wobei regional in Bayern und den ostdeutschen Bundesländern Gewitter- oder Hagelschäden auftraten. Die Backqualitäten beim Bio-Weizen sind laut AMI insgesamt besser als erwartet, obwohl es an einigen Standorten durch Trockenstress Ausreißer nach unten gibt. Beim Bio-Körnermais, Sommergetreide, Leguminosen und Sojabohnen führten Hitze und Trockenheit zu Ertragseinbußen, während gut beregnete Regionen stabil blieben. Auch Kartoffeln fielen hitzebedingt kleiner aus, was die Ernte dezimierte. Der Bio-Gemüsemarkt leidet seit Juni massiv unter dem Rekordsommer; extreme Witterung aus Dürre und Unwettern belastet Erzeuger in Deutschland sowie in Spanien, Italien und Frankreich stark. Die deutsche Bio-Apfelernte fällt ebenfalls deutlich kleiner aus als erwartet, trifft jedoch – anders als das knappe Gemüse bei stabiler Nachfrage – auf ungewöhnlich große Lagerbestände aus der Vorjahresernte. „Für Bio-Bauern ist jetzt wichtig, dass ihre Kundschaft ihnen angesichts der klimatischen Herausforderungen die Treue hält. Allein über ihre Direktvermarktung erwirtschafteten Bio-Höfe zuletzt mehr als 1,6 Milliarden Euro Jahresumsatz: Das ist eine tolle Leistung! Sie ist nur zu halten, wenn Verbraucher die frischen, gesunden Lebensmittel ihrer regionalen Höfe weiterhin wertschätzen", kommentierte die BÖLW-Vorsitzende Tina Andres (Foto).
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
18.08.2026