Breites Bündnis fordert Pestizid-Ausstieg
Foto: Pixabay/Erich Westendarp 2025
Ein Ende des Pestizideinsatzes in Deutschland bis 2030 fordern 100 Organisationen und Einzelpersonen in einem offenen Brief vom 22. Juni. Initiiert vom Bündnis für enkeltaugliche Landwirtschaft unterstützen die Bio-Branche, Wasserwirtschaft, Umweltschutz, Wissenschaft und Zivilgesellschaft den Appell – darunter die AöL, der BNW, Demeter und Naturland. Sie legten Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und Bundesumweltminister Carsten Schneider sechs Maßnahmen vor. Zu diesen gehören: eine Reform der Zulassungsverfahren, die Einführung eines bundesweiten Luftmonitorings und die Bereitstellung öffentlich zugänglicher Daten zum Pestizideinsatz. Zusätzlich mahnt das Bündnis einen Schadensfonds für Bio-Betriebe, die Überführung der EU-Richtlinie zur Pestizidreduktion in nationales Recht sowie die Einführung einer risikobasierten Pestizidabgabe an. Die Halbierung des Pestizideinsatzes bis 2030 ist bereits in EU-Richtlinien verankert, doch Deutschland hinke bei den Einsparungen hinterher, erklärt das Bündnis. Dass Pestizide die Fruchtbarkeit der Böden beeinträchtigen und somit die künftige Ernährungssicherheit gefährden, sei ebenfalls erwiesen. Auch für die menschliche Gesundheit und die Biodiversität stellen die Spritzmittel eine Bedrohung dar. Bereits 2021 schlug das Bündnis eine Pestizidabgabe und ein bundesweites jährliches Monitoring vor. Die Umsetzung steht bislang noch aus.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
30.07.2025