Bundestag: Keine Stärkung für Lebensmittelhandwerk
Keine Mehrheit: Der Bundestag hat einen Antrag der Grünen zur Stärkung des Lebensmittelhandwerks am 8. Oktober abgelehnt. Ziel war, das Lebensmittelhandwerk als systemrelevant anzuerkennen – und Bäckereien, Fleischereien, Mühlen und kleinere Verarbeitungsbetriebe zu stärken. Ein zweiter Antrag der Grünen-Fraktion „Marktkonzentration in der Lebensmittelkette stoppen – Gerechte Marktstrukturen für Erzeuger und Verbraucher“ ging zur weiteren Beratung an die Ausschüsse. Darin fordert die Fraktion unter anderem eine unabhängige Ombudsstelle, eine Preistransparenzstelle, eine wirksamere Durchsetzung des Verbots unlauterer Handelspraktiken sowie eine strengere Fusions- und Missbrauchskontrolle.
Immer mehr Betriebe verschwinden, begründete Ophelia Nick, agrarpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, die Initiativen. Nick kritisierte die Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel: Vier Handelsunternehmen teilten mehr als 85 Prozent des Marktes unter sich auf. Während Verbraucher mit steigenden Lebensmittelpreisen konfrontiert seien, komme bei vielen landwirtschaftlichen Betrieben zu wenig davon an. Die Grünen fordern deshalb mehr Transparenz über die Margen entlang der Wertschöpfungskette und einen besseren Schutz kleiner und mittlerer Betriebe vor dem Missbrauch von Marktmacht.