Für Insekten giftig: ChatGPT baut NGT-Pflanze
Foto: Thomas Hansen / stock.adobe.com 2023
Zeit für die Notbremse: In einem simplen Praxistest ist es gelungen, mithilfe einer öffentlich zugänglichen Version des KI-Bots Chat GPT, NGT 1-Pflanzen zu entwerfen, die für Insekten giftig sind. Geht es nach dem Gesetzesentwurf der EU-Kommission, sollen diese Pflanzen aus Neuen Genomischen Techniken (NGT) künftig ohne Risikoprüfung und Kennzeichnung freigesetzt werden können. Das berichtet jetzt die Aurelia Stiftung. Sie erzeugte in einem gemeinsamen Projekt mit dem Verein Testbiotech und der Initiative Save Our Seeds (SOS) den Bauplan für einen insektengiftigen Mais. Insektzide Pflanzen können laut Aurelia Stiftung allerdings nicht nur für die anvisierten Schädlingsarten giftig sein, sondern auch für andere Organismen. Bei Insekten, die mit der NGT 1 Mais-Pflanze insektengiftige Eiweißstoffe aufnehmen, werde die Verdauung gestört, so die Stiftung. Dadurch könnten die Tiere verhungern – die Sterblichkeit steige. „Der Gentechnik-Gesetzesentwurf der EU-Kommission erfolgt ohne ausreichende wissenschaftliche Begründung und ist gefährlich für Blütenbestäuber wie Bienen und Schmetterlinge“, kommentiert Bernd Rohdekohr, Projektleiter „Biene und Gentechnik“ der Aurelia Stiftung. Noch einen Schritt weiter geht Benny Haerlin, Koordinator SOS: „Dieser kleine Praxistest mit ChatGPT führt die von Anfang an fahrlässige und wissenschaftlich unhaltbare Vorstellung der EU-Kommission ad absurdum, die Anzahl statt Qualität der gentechnischen Veränderungen zur Grundlage ihrer Risikobewertung zu machen. Die Künstliche Intelligenz macht ihre Kriterien schon beim ersten Anlauf lächerlich. Gut, dass noch Zeit ist, die Notbremse zu ziehen.“
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
28.05.2025