DUH: Resistente Keime im Geflügel

Foto: Pixabay/Jeshoots-com 2021
Vor multiresistenten Keimen auf Fleisch von Aldi und Lidl warnt aktuell die Deutsche Umwelthilfe (DUH). Sie untersuchte Ende August jeweils 31 Puten-Produkte der Haltungsstufe 2 der Discounter. Das Ergebnis: In jedem dritten Lidl-Fleisch und jedem vierten Aldi-Produkt fand die DUH antibiotikaresistente Keime. Ein Viertel aller Lidl-Produkte enthielt zudem Keime, die gegen Reserve-Antibiotika resistent sind. Diese kommen bei Menschen zum Einsatz, wenn andere Medikamente nicht wirken – sind aber auch in der Tierhaltung erlaubt. „Kommission und Parlament müssen auf EU-Ebene Reserve-Antibiotika als Massenmedikation in der industriellen Tierhaltung verbieten und nur noch für die Einzeltierbehandlung beispielsweise von Haustieren erlauben“, fordert jetzt Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH. Mitte September stimmt das EU-Parlament ab, welche Antibiotika nur noch bei Menschen eingesetzt werden. Zusammen mit dem Vorstandsvorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, spricht sich die DUH für ein weitgehendes Verbot von Antibiotika in der Tierhaltung aus. „Die EU droht zwei große Chancen zu verpassen: Erstens Menschenleben zu retten, durch das Verhindern weiterer Antibiotikaresistenzen, und zweitens das Tierwohl und die artgerechte Haltung von Nutztieren zu verbessern“, so Montgomery. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, Reserve-Antibiotika nur bei Menschen zu verwenden.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am 26.08.2021
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