Erntebilanz: Nationale Krise

Foto: BMLEH 2026
Krise ja, Notstand nein: Nach dem Dürre-Sommer bricht die Ernte um 7,3 Prozent auf 37,4 Millionen Tonnen ein. Beim Winterweizen liegt das Minus sogar bei 10,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Agrarminister Alois Rainer stellte am 2. September in Berlin den neuen Erntebericht vor. Es sei eine Krise von nationaler Tragweite in Land- und Forstwirtschaft – trotz der prekären Lage auf den Höfen sprach Rainer jedoch nicht von einem nationalen Schadensereignis. An diesen Begriff eng geknüpft sind gesetzlich geregelte finanzielle Entschädigungsmechanismen des Staates. Die Ernteausfälle allein reichen aus Sicht des Ministers nicht aus, um diesen Mechanismus in Gang zu setzen. Rainer versprach betroffenen Landwirten zusätzliche Hilfen in Höhe von 300 Millionen Euro. Bisher stellt die Bundesregierung niedrig verzinste Darlehen im Umfang von 200 Millionen Euro über die Landwirtschaftliche Rentenbank zur Verfügung. Über weitere Hilfen verhandle seine Behörde derzeit noch mit dem Finanzministerium. „Vielen Höfen reicht die jetzt geschaffene Möglichkeit, ihre Liquidität durch Darlehen zu sichern, nicht. Dagegen könnten schon konkrete Hilfen wie Transportkostenzuschüsse helfen, Tiere in Süddeutschland gut über den Winter zu bringen“, kommentiert Peter Röhrig, geschäftsführender BÖLW-Vorstand. Der Bio-Dachverband fordert, die angekündigten Liquiditätsprogramme des Bundes um konkrete Hilfen für Betroffene zu erweitern und die GAP-Mittel für Investitionen in eine zukunftsfeste Landwirtschaft zu nutzen. Von der Grünen-Politikerin Dr. Ophelia Nick heißt es: „Minister Rainer beschreibt selbst enorme regionale Unterschiede bei den Ernteausfällen. Trotzdem setzt er auf Instrumente, die kaum danach unterscheiden, wer tatsächlich besonders betroffen ist. Das ist keine zielgerichtete Krisenhilfe.“
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am 02.09.2026
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