Fachhandel driftet weiter auseinander
Foto: Pixabay/Geralt 2025
Bio wächst weiter, doch der Fachhandel driftet zunehmend auseinander: Rund die Hälfte der Bio-Läden kämpft teilweise mit starken Rückgängen, während einige zweistellige Wachstumsraten erzielen. Die Top 20 Prozent der gut positionierten Fachgeschäfte kommen auf ein Wachstum von mehr als zehn Prozent – die Top fünf Prozent der Läden knacken sogar ein Umsatzplus von über 15 Prozent. Das meldete der BNN und bezieht sich dabei auf das Umsatzbarometer von Simon Döring. Insgesamt erweist sich der Bio-Fachhandel jedoch als resilient: In einem übermächtigen Marktumfeld verzeichnet er von Januar bis Oktober 2025 ein leichtes Umsatzplus von 1,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Ans Vorjahresergebnis mit einem Plus von 4,4 Prozent reicht er damit aber nicht heran. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungsunternehmen Biovista in seinen aktuellen Auswertungen. Die Monate Januar (+5,4 Prozent), April (+6,3 Prozent) und Mai (+5,8 Prozent) entwickelten sich dabei besonders stark, während die Sommermonate (Juli: +2,2 Prozent, August: -1,6 Prozent) eine insgesamt stabile Entwicklung zeigten. Inflationsbedingt liegt die reale Umsatzentwicklung allerdings unter dem nominalen Wachstum – die Nachfrage bleibt jedoch stabil. „Dass der Fachhandel unter diesen Bedingungen stabile, leicht steigende Umsätze erzielt, zeigt die besondere Loyalität und Verlässlichkeit der Bio-Käuferschaft“, bewertet Marktexperte Fabian Ganz von Biovista vor dem Hintergrund des gedämpften Konsumklimas. „Die Menschen greifen nicht zufällig zu Bio, sondern bewusst – und der Fachhandel bleibt dafür eine zentrale Anlaufstelle.“ Das spiegelt sich auch in der Kundenzahl: Sie liegt mit einem Plus von 2,2 Prozent von November 2024 bis Oktober 2025 leicht über dem Wert des Vorjahreszeitraumes. Der durchschnittliche Warenkorb, also der Bonwert, ist ebenfalls gestiegen: Er liegt mit 21,72 Euro um 2,8 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Von November 2023 bis Oktober 2024 kauften Kunden im Schnitt nur für 21,10 Euro ein. Gleichzeitig zeigt sich, dass Fachhandelskunden nach wie vor markenaffiner sind als Bio-Kunden in LEH und Drogerien. Der Handelsmarkenanteil liegt 2025 laut Biovista im Bio-Fachhandel bei lediglich rund zwölf Prozent, während er im konventionellen LEH inzwischen einen historischen Spitzenwert von durchschnittlich 66,8 Prozent erreicht. „Der Bio-Fachhandel steht damit auch 2025 für Stabilität, Vielfalt und unternehmerische Substanz in einem sich stark wandelnden Markt“, kommentiert BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel. „Während Bio immer breiter verfügbar ist, schätzen Kunden weiterhin die Qualität, die Regionalität und das differenzierte Sortiment der Bioläden und Bio-Supermärkte.“ Insgesamt prognostizierte die Duale Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn in ihrem aktuellen Whitepaper „Bio-Markt 2025 – Back on Track?“ für 2025 ein Bio-Gesamtmarktvolumen von mehr als 18 Milliarden Euro.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
19.12.2025