Gentechnik: Wahlfreiheit auf der Kippe
Foto: BÖLW 2025
Die Trilog-Partner einigten sich Anfang Dezember auf eine weitgehende Deregulierung des EU-Gentechnikrechts. Somit ebnet die EU den Weg, gentechnisch veränderte Pflanzen schneller zuzulassen und sogar patentieren zu lassen. Wenn die neuen Regeln vom EU-Parlament und den EU-Staaten bestätigt sind, bedeutet das für den Verbraucher: Gentechnisch veränderte Lebensmittel landen dann auch ohne eine Kennzeichnung in den Regalen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband sieht darin eine herbe Enttäuschung, Foodwatch spricht gar von einem Geschenk an die Agrar-Lobby. Für Bioland gleicht das Ergebnis einem trojanischen Pferd: „Unter dem Deckmantel des Fortschritts schleichen sich Risiken, Abhängigkeit und Konzerninteressen in unsere Felder und auf unsere Teller. Ohne Kennzeichnung und wirksame Begrenzung von Patenten werden Landwirte, Züchter und Verbraucher Opfer leerer Heilsversprechungen zugunsten von einseitigen Konzerninteressen“, kommentiert Bioland-Präsident Jan Plagge. Das geschehe alles ohne, überhaupt zu wissen, ob die hochtrabenden Heilsversprechen der Neuen Gentechnik überhaupt jemals eintreffen würden. Der BÖLW sieht eine rote Linie überschritten: „Die Verengung der Freiheit der Pflanzenzüchter durch noch mehr und noch weitreichendere Patente schränkt auch die Freiheit aller Landwirte, der Unternehmen in Verarbeitung und Handel und am Ende auch die der Verbraucher erheblich ein. Das Risiko einer weiteren Konzentration des Saatgutmarkts kann sich die Menschheit nicht leisten“, so die BÖLW-Vorstandvorsitzende Tina Andres. Sie forderte die Bundesregierung und alle deutschen Abgeordneten des Europaparlaments auf, in Parlament und Rat gegen das beschlossene Trilog-Ergebnis zu stimmen.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
16.12.2025