Hauptsache Billig-Bio
Fatale Doppelstrategie: Große Handelsketten treiben den Bio-Schweinefleischmarkt vor sich her. Sie setzen im konventionellen Segment fast flächendeckend auf den 5D-Standard. Besonders beim Bio-Angebot der Discounter zählt jedoch offenbar nur der Preis – nicht die Herkunft. Statt heimische Bio-Ware anzubieten, greifen sie auf billige EU-Importe zurück. Für ordentlich Druck in den Ställen der deutschen Bio-Ferkelerzeuger und Mäster sorgt Spaniens Bio-Offensive. Die Importmengen schürten in Insiderkreisen die Vermutung, dass die Vorgaben der EU-Bio-Zertifizierung in Spanien nicht eingehalten wurden und konventionelle Ferkel als Bio auf dem deutschen Markt landeten. Doch inwieweit sind die Zweifel berechtigt? „Die Kostenführerschaft der Discounter ist nur mit niedrigen Einkaufspreisen zu realisieren. Daher ist es keine Überraschung, dass vor allem die Discounter Bio-Schweinefleisch vermehrt im Ausland einkaufen“, so das Aktionsbündnis Bioschweinehalter (ABD). Teilweise fielen Erzeugerpreise um 75 Cent je Kilo Schlachtgewicht auf nur noch vier Euro und damit weit unter die Gestehungskosten. Ein Bio-Mäster berichtet auf Anfrage von BIOwelt, dass er aktuell 1,60 Euro pro Kilo bekomme. „Pro Schwein zahle ich 300 Euro drauf. Wenn ich meinen Stall leer habe, dann bleibt er auch leer“, sagt der Bio-Landwirt aus Brandenburg und erzählt von ökologischen Ferkelerzeugern mit dem Rücken zur Wand. „Jetzt neue Tiere einzustallen, wäre Harakiri.“ Er musste seine Schweine bereits konventionell vermarkten. Mehr in BIOwelt 10/2026.