Mehr Ersatzprodukte, weniger Fleischkonsum
Mehr als jeder dritte Haushalt kaufte 2026 mindestens einmal fleischfreie Ersatzprodukte – ein neuer Höchstwert seit 2022. Gleichzeitig sank der Fleischkonsum der Deutschen um zwei Prozentpunkte im Vergleich zu 2022 – während die Einkaufsmenge stieg. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Yougov-Studie. Sie belegt: 27 Prozent der Befragten wollen künftig weniger Fleisch und Wurst essen. 43 Prozent der Verbraucher, die Fleisch essen, überdenken ihren Konsum. Sie gaben an, dass es ihnen guttun würde, komplett vegetarisch zu leben, 14 Prozent sogar vegan. Davon profitiert der Fleischersatzmarkt: Nicht nur neue Kunden kaufen Fleischersatz, 53 Prozent glauben, dass pflanzliche Fleischalternativen eine gesunde Ernährung unterstützen können.
„Wer diese Käufergruppen vom Gelegenheitskauf zur Regelmäßigkeit bewegen will, muss Convenience und zeitgemäße Aufmachung in den Vordergrund stellen und auf moralische Appelle verzichten.“
Dennoch: 64 Prozent haben den Eindruck, dass in den Produkten zu viele Inhaltstoffe stecken. Und 61 Prozent empfinden Ersatzprodukte als zu teuer. Um den Markt anzukurbeln, brauche es laut den Marktforschern, günstigere Preise, weniger Zusatzstoffe und eine größere Produktauswahl. Potenzial hierfür sehen sie vor allem bei Gelegenheitskäufern aus der gesellschaftlichen Mitte. „Wer diese Käufergruppen vom Gelegenheitskauf zur Regelmäßigkeit bewegen will, muss Convenience und zeitgemäße Aufmachung in den Vordergrund stellen und auf moralische Appelle verzichten“, so Jan Hecht vom Sinus-Institut.
Yougov befragte im Zeitraum vom 14. bis 24. August 2026 insgesamt 2.023 Personen. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 bis 75 Jahren.