NGT: Länder für lockerere Regeln
Foto: Messe Nürnberg 2023
Elf Bundesländer sprachen sich zum Abschluss der Agrarministerkonferenz (AMK) Ende März gegen eine Kennzeichnung Neuer Gentechniken (NGT) im Ökolandbau und für lockerere Regeln aus. Die Länder legten in Baden-Baden entsprechende Protokollerklärungen vor. Ziel müsse es sein, Innovationen in Forschung sowie Züchtung zu fördern und gleichzeitig marktbeherrschende Strukturen zu verhindern. „Die deutsche und europäische Bio-Branche ist sich mit Verbrauchern einig: Gentechnik hat in Bio-Lebensmitteln nichts zu suchen und verstößt gegen die Grundprinzipien der ökologischen Produktion“, kommentierte Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des BÖLW. „Auch die Europäische Kommission, das EU-Parlament und der Rat der EU-Staaten unterstützen den Ausschluss der NGT aus Bio. Es ist absurd, wenn einzelne Bundesländer diesen in jahrelangen Debatten und Verhandlungen erreichten europäischen Konsens jetzt sprengen und uns Bio-Akteure mit Gentechnik zwangsbeglücken wollen.“ Andres bezeichnete die Vorschläge der Bundesländer als Unsinn. „Statt sich in weltfremden Gedankenspielen zu verlieren und Klientelpolitik für ein paar Agrochemie-Konzerne zu machen, sollten sich die Länder auf ihren eigentlichen Job konzentrieren und gemeinsam mit dem Bund konkrete Maßnahmen zum Schutz der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft mit ihren über 380.000 Arbeitsplätzen gegen Gentechnik-Kontaminationen entwickeln und umsetzen“, forderte Andres. Wer Verbrauchern wichtige Informationen vorenthalten wolle, gefährde nicht nur Land- und Lebensmittelwirtschaft, sondern auch das Vertrauen in Politik und damit die Demokratie.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
01.04.2025