Öko: Weniger Höfe, kaum Flächenwachstum
Nur 1,3 Prozent Wachstum: Die Öko-Fläche kommt nun auf insgesamt 1,91 Millionen Hektar. Somit liegt der Bio-Anteil an der landwirtschaftlichen Fläche bei bescheidenen 11,5 Prozent. Jeder siebte Hof wirtschaftet ökologisch – wie bereits 2022. Bundesweit gibt es nun 35.881 Betriebe, die nach der EU-Öko-Verordnung wirtschaften. Das steht für 14,1 Prozent – oder 677 Höfe weniger als in 2022. Der Rückgang um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ist unter anderem auf altersbedingte Betriebsaufgaben und weniger Umstellungen zurückzuführen. Das geht aus den Strukturdaten für die Ökologische Land- und Lebensmittelwirtschaft für 2024 hervor, die das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) am 4. August veröffentlichte. Das Ziel von 30 Prozent Bio bis 2030 fiel dabei komplett unter den Tisch. Bundesminister Rainer Alois verwies vielmehr auf Strukturwandel, schwierigen Generationswechsel und ökonomischen Druck. „Für mich ist deshalb klar: Wer auf Bio umstellen oder weiter ökologisch wirtschaften will, verdient weiter gezielte Unterstützung – von praxisnaher Forschung bis hin zu besseren Vermarktungschancen für heimische Bio-Produkte“, so Rainer. Zudem wolle der Bund Bio-Betriebe von unnötiger Bürokratie, wie überflüssigen Meldepflichten, entlasten. Kritischer bewertet dies der BÖLW: „Wenn Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer Bio-Höfe wirklich unterstützten will, wie er zuletzt sagte, dann darf er die Mittel für das wichtige Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) nicht kürzen und damit die Bio-Forschung beschneiden“, kommentierte Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand beim BÖLW. Das schade der Wettbewerbssituation der heimischen Bio-Wirtschaft. „Rainer lässt zu, dass Bio-Importe stärker Fuß fassen, statt die heimische Wirtschaft zu stärken!“
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
05.08.2025