Özdemir macht Druck in Brüssel
Foto: BMEL 2023
Kennzeichnung am liebsten überall: Cem Özdemir fordert EU-weit mehr verpflichtende Herkunftsangaben bei Lebensmitteln. Der Bundesagrarminister machte Druck bei einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Brüssel. Unterstützt von Österreich, Frankreich und anderen Staaten setzte Özdemir sich dafür ein, dass bei deutlich mehr Lebensmitteln als bislang kenntlich gemacht werden muss, wo sie produziert wurden. Es brauche diese Ausweitung, damit Verbraucher kompetente Kaufentscheidung treffen könnten, so der Bundesminister. Der 58-Jährige kritisierte zudem die EU-Kommission, die entgegen ihrer Zusagen noch keine Vorschläge für eine bessere Kennzeichnung von Lebensmittel vorgelegt habe. „Wir werden da jedenfalls weiterhin Druck machen“, kündigte er laut einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur (dpa) an. Das Herkunftsland muss bereits bei vielen Lebensmittel angegeben werden, etwa bei frischem Obst und Gemüse. Am liebsten wäre ihm – so Özdemir – überall eine Kennzeichnung einzuführen, damit Bürger erkennen könnten, ob ein Produkt aus der Heimat komme, sagte er auf Nachfrage der dpa. Kritik an Deutschlands Vorstoß kam unter anderem aus Dänemark.
In Deutschland trat nach jahrelangen Diskussionen im August 2023 das von Özdemir eingebrachte Gesetz zur Tierhaltungskennzeichnung in Kraft. Seit Februar 2024 greift es auch bei unverpacktem Fleisch von Schweinen, Schafen, Ziegen und Geflügel. Angegeben werden müssen das Aufzucht- und das Schlachtland.
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
28.05.2024