Aktionswoche: Penny verlangt wahre Preise

Foto: Penny 2023
Wahre Preise nicht nur am Regal, sondern auch an der Kasse: Eine Woche lang verlangt Penny für neun ausgewählte Produkte den Preis, den sie eigentlich kosten müssten – unsichtbare Umweltfolgekosten miteingerechnet. Für diese Aktionswoche arbeitete Penny mit der TH Nürnberg und der Uni Greifswald zusammen. Die Wissenschaftler berechneten für Fruchtjoghurt, Käse, Würstchen oder das vegane Schnitzel die Auswirkungen auf Boden, Klima, Wasser und Gesundheit. Anhand der Berechnungen kommt das Team um Prof. Tobias Gaugler und Dr. Amelie Michalke zu der Erkenntnis: Die wahren Kosten sind bei den konventionellen, ökologisch erzeugten und veganen Lebensmitteln in unterschiedlichen Anteilen im Verkaufspreis erfasst. Die erhobenen Bio-Lebensmittel haben Umweltfolgekosten in Höhe von durchschnittlich 1,15 Euro und die konventionellen von durchschnittlich 1,57 Euro.  Beim veganen Schnitzel sind es nur 14 Cent. An die Aktionswoche schließt sich eine Umfrage an. Zudem werten die Wissenschaftler die Abverkaufszahlen aus, um die Auswirkungen auf das Kaufverhalten auswerten zu können. Bereits im September 2022 zeichnete der Discounter die errechneten Preise aus – kassierte aber regulär ab.  Jetzt will Penny die Differenz zwischen dem aktuellen Marktpreis und dem Wahre-Kosten-Preis sowie zusätzliche 50.000 Euro für das Projekt Zukunftsbauer spenden. „Wir sehen, dass viele unserer Kunden unter den unverändert hohen Lebensmittelpreisen leiden. Dennoch müssen wir uns der unbequemen Botschaft stellen, dass die Preise unserer Lebensmittel, die entlang der Lieferkette anfallen, die Umweltfolgekosten nicht widerspiegeln“, sagte Stefan Görgens von Penny. „Dafür wollen wir mit der nationalen Kampagne zu den wahren Kosten Bewusstsein schaffen.“ Penny wolle zudem gemeinsam mit der TH Nürnberg und der Uni Greifswald Lösungen aufzeigen. „Wir bekommen umfassende Daten über die Kampagnenwoche, aber auch über Vergleichswochen und sozio-demographische Informationen“, kommentierte Prof Gaukler. „Wir können damit sicher wertvolle Erkenntnisse über Kaufverhalten und Akzeptanz für das Thema gewinnen. Daraus lassen sich dann Handlungsempfehlungen für die verschiedenen Akteure ableiten, um vor allem sinnvolle politische Maßnahmen zu gestalten.“
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am 31.07.2023
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