Superbiomarkt: Tierleid Versäumnis von Bioland
Foto: Pixabay/Vporro 2025
Nach Schlagzeilen in der Bild Zeitung richtet sich der Superbiomarkt jetzt in einem offenen Brief an Bioland: „Dem von Bioland-Präsident Jan Plagge geäußerten Argument, ohne die umstrittene CO2 Betäubung wäre Bio-Fleisch nicht ausreichend verfügbar, muss deutlich widersprochen werden“, so Michael und Luca Radau, Vorstand der Superbiomarkt AG. Die Berichterstattung in den letzten Wochen über die Missstände im Bioland-Verband in Bezug auf Schlachtpraktiken und Tierhaltung – so die Vorstände – seien ein harter Schlag für alle seriös arbeitenden Unternehmen in der Bio-Branche und nicht zuletzt für viele Bioland-Betriebe mit Schweinehaltung. „Skandal bei Bioland: Tiere leiden Todesqualen“, hatte die Boulevard-Zeitung zuvor getitelt. „Der Superbiomarkt und sein Partner Biofleisch NRW zeigen seit Jahrzehnten, dass eine Betäubung mit Elektrozange in kleineren bis mittelständischen Schlachthofstrukturen eine bessere Alternative darstellt“, so Michael und Luca Radau in ihrem Brief. „Wenn der Bioland-Verband durch die Kooperation mit dem Discount nicht die notwendigen Strukturen aufgebaut hat, ist dies ausdrücklich ein Versäumnis dieses Verbandes und seiner Verantwortlichen“, so Michael Radau. Er habe den Verband schon früh vor genau dieser Entwicklung gewarnt und die Zusammenarbeit mit dem Verband im Bereich der Fleischtheke beendet, nachdem keine Veränderung erfolgte. „Wir möchten hier ausdrücklich die gute, direkte Zusammenarbeit mit den Bioland-Betrieben, die Mitglieder in der Genossenschaft Biofleisch NRW sind, ausnehmen“, betont Superbiomarkt Vorstand Luca Radau. „Bilder, wie sie vom Betrieb in Niedersachsen gezeigt wurden, sind hier undenkbar.“ Bioland sieht die Darstellung als verzerrt an und verweist auf den gravierenden Strukturwandel der Schlachtbranche. Über 80 Prozent der Schweineschlachtungen in Deutschland entfallen inzwischen auf die zehn größten Schlachtbetriebe, so Bioland. Das zeige, dass der Wegfall der Schlachtstrukturen die gesamte Bio-Branche betreffe, was eine regionale, tierwohlorientiertere Verarbeitung erschwere. „Die beiden einzigen gängigen Marktmethoden beim Schlachten sind die Elektro- und CO2-Betäubung. Beide Methoden sind fehleranfällig, sodass es zu Fehlbetäubungen kommen kann. Wichtig ist bei beiden Ansätzen eine sorgfältige Umsetzung, um Tierleid zu vermeiden", argumentiert Bioland. Einige Schlachtbetriebe engagieren sich laut Verband in Forschungsprojekten, die sich mit der Optimierung von Schlachtprozessen beschäftigen. „Auch Bioland setzt sich für verbesserte Schlachtprozesse ein", so der Verband in einer Stellungnahme. „Wenn wir die ökologische Tierhaltung in Deutschland weiter ausbauen wollen, sind wir aktuell jedoch auf bestehende Schlachtstrukturen angewiesen."
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Autor
Heike van Braak
Veröffentlicht am
01.07.2025