Rewe: Green Farming trifft LEH
Unten einkaufen, oben wächst Salat: Rewe eröffnete am 21. Mai in Berlin einen neuen Green Farming Markt. Über der hölzernen Markthalle sprießt auf einer der größten Dachfarmen Deutschlands Lankwitzer Pflücksalat – nur wenige Meter über den Köpfen der Kundschaft. Der Salat braucht gerade einmal 23 Tage vom Dach bis ins Regal. Perspektivisch wachsen dort laut Rewe im Jahr bis zu 900.000 Salatmischungen, mit denen rund 500 Supermärkte in der Hauptstadtregion beliefert werden sollen. Bereits im Jahr 2009 startete REWE in Berlin-Rudow den Bau der REWE Green Buildings – seither wurden bundesweit mehr als 350 dieser energiesparenden Supermärkte errichtet. „Mit Rewe Green Farming entwickeln wir unsere Green Building-Strategie weiter und verbinden kreislauffähiges Bauen mit urbanem Lebensmittelanbau“, erklärt Peter Maly, Vorstand der Rewe Group. Kernelement ist Holz: Der nachwachsende Rohstoff speichert Kohlenstoff und dank der modularen Bauweise lassen sich die Hölzer demontieren und für ein zweites Leben aufbereiten. Auch im Betrieb schließt sich der Kreislauf: Abwärme aus dem Markt, eine Wärmepumpe und Regenwasser aus einer Zisterne ermöglichen optimale Wachstumsbedingungen für den Stadtsalat auf dem Dach. Im Inneren formen 72 Säulen aus gestapelten Balken die luftige Markthalle. Das Besondere: Die Konstruktion verschwindet nicht hinter einer Verkleidung. Das Naturmaterial ist bewusst sichtbar und prägt den Charakter der Markthalle. Rewe will das Konzept weiter ausrollen: „Wir planen bereits weitere Holzbau-Märkte in Deutschland“, so Maly.
Hinter dem Anbaukonzept steckt das Berliner Unternehmen ECF Farmsystems, das nachhaltige Lebensmittelproduktionen im städtischen Raum entwickelt, plant und realisiert. Der Lankwitzer Pflücksalat aus dem Rewe Green Farming Berlin enthält die Sorten Kopfsalat, Römersalat, Lollo Rosso und dunkelgrüner Easy Leaf Salat. Die Pflanzen durchlaufen in der Dachfarm einen automatisierten, hydroponischen Anbauprozess – nahezu ohne Erde. „Der Salat wächst auf speziellen Trays, die mehrmals am Tag mit einer Nährlösung geflutet werden“, erklärt ECF-Geschäftsführer Nicolas Leschke. Nach der täglichen Ernte wird der Salat im Markt verarbeitet, verpackt und für den Verkauf vor Ort oder den Transport vorbereitet.


