Aktuelle Ausgabe | BIOwelt

Insolvenz: Krise oder Chance?

 

Hetze gegen unabhängigen Journalismus ist unerträglich. Denn Demokratie braucht als Grundpfeiler eben jene Medien, die losgelöst von staatlichen oder wirtschaftlichen Interessen berichten. Das mag manchmal unbequem sein, gehört aber zu den Prinzipien, denen auch wir uns aus Überzeugung allzu gerne verpflichten. Und wenn wir, wie in der Ausgabe 11, positiv über einen Bio-Akteur schreiben, hat das durchaus seine Berechtigung. Und die basiert nicht auf monetären Interessen, sondern schlicht darauf, dass es im Sektor wirklich beeindruckende Menschen mit Haltung gibt. Gott sei Dank.

Haltung braucht es auch, wenn das eigene Unternehmen in Schieflage gerät. Zwischen Preisdruck, Wettbewerb und einem veränderten Einkaufsverhalten besteht für Bio-Erzeuger, -Hersteller und -Händler die Gefahr, unter große Räder zu geraten – ob nun bio oder konventionell. Wer aus diesem Mahlwerk gestärkt hervorgehen und eine drohende Insolvenz als Chance nutzen will, muss
allerdings mehr als nur Haltung beweisen. Ab Seite 18.

An der richtigen Haltung der Gen Z zweifeln viele Babyboomer. Und diese Generationslücke sorgt mitunter für ordentlich Zoff im Job. Doch geht die Arbeitsmoral der jungen Leute wirklich den Bach runter? Mitunter provokante Antworten liefert Dr. Rüdiger Maas. BIOwelt sprach mit dem Psychologen über Chefs und Chat GPT, Work-Life-Balance und Luisa Neubauer. Ab Seite 24.

Haltung war in diesem Jahr auch im Schloss Kirchberg deutlich zu spüren: Bei den achten Öko-Marketingtagen ging es um die Frage, wie es gelingt, Bio neu zu denken und wohin das führt. Bei der Suche nach Antworten drehte sich vieles um die Anbauverbände, und ein Schlüsselwort poppte immer wieder auf: Zusammenarbeit. Schulterschluss demonstrierten im Rittersaal vor allem Jan Plagge und Eberhard Räder. Bei den beiden Präsidenten von Bioland und Naturland könnten künftig Bios Fäden zusammenlaufen. Und auch hierbei kommt es wieder auf die Haltung an.
Ab Seite 28.

Jede Menge Haltung beweisen zwei Frauen im hohen Norden: Sabine Steenbock und Nicole Becker führen einen der ältesten Demeter-Höfe in Schleswig-Holstein in die Zukunft. Und in ihrem Hofladen Ehlers in Hasenmoor arbeiten Menschen mit und ohne Assistenzbedarf. Gärtnerei, Tierhaltung, Landwirtschaft, Vermarktung, Bäckerei und Veredlung sind eingebettet in ein sozialtherapeutisches Konzept. Auch das ist eine Frage der Haltung. Ab Seite 32.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihre Heike van Braak

Aus dem Inhalt

Ein Hofladen mit Seele

MACHER • Er zählt zu den ältesten Demeter-Höfen in Schleswig-Holstein. Doch hinter der roten Backsteinfassade verbirgt sich nicht nur das Herz eines landwirtschaftlichen Betriebes – auf dem Hof Ehlers arbeiten Menschen mit und ohne Assistenzbedarf nicht nur in dem Hofladen und Café zusammen, sondern bewirtschaften gemeinsam den landwirtschaftlichen Betrieb. Ein Besuch in Hasenmoor bei Hamburg.

„Wir brauchen den großen Wumms“

MANAGEMENT • Ein voller Rittersaal und viel Raum für kritische Fragen: Bio neu denken – aber wie? Und wohin führt dies überhaupt? Antworten finden wollten mehr als 220 Teilnehmende bei den achten Öko-Marketingtagen im Schloss Kirchberg. Bei ihrer Suche kamen sie immer wieder zu einem Schlüsselwort: Zusammenarbeit. Die Verbands-Spitzen signalisierten dafür grünes Licht und engen Schulterschluss – und wer Zwischentöne und Begegnungen am Rande ignorierte, nahm nach zwei Tagen eine gewisse Zuversicht mit.

Plädoyer für das härteste Praktikum

INTERVIEW • Gen Z gegen Babyboomer: Die Generationslücke sorgt mitunter für Zoff im Job. Doch geht die Arbeitsmoral der Berufseinsteiger wirklich den Bach runter? Oder ist alles nur Klischee? Mitunter provokante Antworten liefert Dr. Rüdiger Maas. Der Psychologe verfasste die Jugendtrendstudie 2025 für das Institut für Generationenforschung, das zu den Impulsgebern für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zählt. BIOwelt sprach mit Maas über Chefs und Chat GPT, Work-Life-Balance und Luisa Neubauer.