Aktuelle Ausgabe | BIOwelt

Wie viel Öko steckt im Preis?

 

Surprise, surprise: Der sechste Weltklimabericht ist da, und alle schreien auf. Was? So schlecht steht es um unseren Planeten? Und noch eine Überraschung: Die Erderwärmung ist menschengemacht! Anwohner im Ahrtal wird die späte Erkenntnis wenig trösten – und Wissenschaftler, die seit Jahren mahnen und fordern, sicherlich an den Rand der Verzweiflung bringen. Nein, der Weltklimarat (IPCC) enthüllt keine Neuigkeiten, sondern setzt allenfalls einen drauf. Drastischer und drängender denn je. Und wieder heißt es: Jetzt ist Zeit zum Handeln!

Ein bisschen mehr Nachhaltigkeit kann das Klima nicht retten. Es ist ein Anfang, dem Corona die Tür einen Spalt breit weiter öffnete. Verbraucher denken langsam um, und der Handel zieht schnell sein grünes Mäntelchen an. Er wirbt mit Nachhaltigkeit, will Billig-Fleisch rauswerfen und Bio-Hack in die Regale legen. Aber er zeigt vor allem eines: Bio geht auch billig. Wertschöpfung und Wertschätzung hin oder her: Die Preisschraube dreht sich munter weiter. Doch was ist mit Folgekosten, die bei der Produktion von Lebensmitteln anfallen? Ausgerechnet der Discounter Penny setzt ein Zeichen und weist wahre Preise aus. Auch das ist allenfalls ein Anfang. Ab Seite 20.

Endlich: Der Herbst stellt die Weichen auf Austausch und Begegnung. Live und in Farbe. Auch bei BioNord und BioSüd stehen die Zeichen auf Go. Beide BioMessen finden 2021 wieder präsent statt. BIOwelt sprach mit Veranstalter Matthias Deppe über Hygiene und Hallenkonzepte, Verkostungen und Veranstaltungen. Ab Seite 26.

Der große Run auf digitale Kassenbelege blieb trotz Bonpflicht aus. Mutieren sie zum Rohrkrepierer? Oder stehen sie vor dem großen Durchbruch? Gut eineinhalb Jahre nach Einführung der neuen Regelung herrscht noch immer Misstrauen und Verunsicherung vor. BIOwelt sprach mit Bio-Akteuren, aber auch mit Verbänden, um wenigstens für ein bisschen Klarheit zu sorgen. Ab Seite 28.

Ein guter Ruf eilt Stiftungen voraus. Sie haben sich auf die Fahnen geschrieben, die Umwelt zu schützen, Benachteiligte zu unterstützen und Forschung zu fördern. Voelkel, Lebensbaum und Sonett machen es, neuerdings Alnatura und jetzt auch Lavera. Doch was macht eine Stiftung mit dem Unternehmen und seinen Menschen? Welche Modelle gibt es, und worin liegen die Vorteile?
Ab Seite 32.

Hohe Ziele hat sich auch die Kantine Zukunft in Berlin gesteckt: 60 Prozent Bio soll es in den Hauptstadt-Kantinen bald geben – mit deutlich weniger tierischen Produkten und umso mehr Frische aus der Region. Bewährtes Vorbild: das ehemalige House of Food in Kopenhagen. Bereits ein Jahr nach Projektstart ist die Referenzliste der Kantine Zukunft überraschend lang. Ab Seite 36.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihre Heike van Braak

Aus dem Inhalt

Wie viel Öko steckt im Preis?

TITEL • Bio geht auch billig. Das ist die Botschaft, die Aldi derzeit suggeriert. Mit Bio-Hack zum Dumping-Preis für mehr Tierwohl, aber auch mit griffigen Slogans fürs eigene Bio-Sortiment. „Meinungsfreiheit ist unbezahlbar, Qualität nicht“ wirbt der Discounter. Dreht sich die Preisschraube nun kräftig weiter? Dabei ist der Ruf nach wahren Preisen drängender denn je.

„Die Zeichen stehen auf Go“

INTERVIEW • Endlich wieder präsent: BioNord und BioSüd öffnen im Herbst ihre Tore in Hannover und Augsburg. BIOwelt sprach mit Veranstalter Matthias Deppe über Hygiene und Hallenkonzepte, Verkostungen und Veranstaltungen.
Nie wieder ohne
Kantine Zukunft by Saskia Uppenkamp | Photographer

Nie wieder ohne

MACHER • Das einstige House of Food in Kopenhagen legt ordentlich vor. Berlin zieht mit der Kantine Zukunft nach und weist nach knapp einem Jahr bereits eine lange Referenzliste auf. Ein ehrgeiziges Projekt, in das der Berliner Senat mehr als drei Millionen Euro steckt. Erklärtes Ziel: bis zu 60 Prozent Bio in den Hauptstadt-Kantinen.