Aktuelle Ausgabe | BIOwelt

Nachfolge: Heute Sohn, morgen Chef

 

Das Grün muss weg. Kein großes, grünes Bioland-Logo mehr in allen Super-
BioMärkten. In Münster nicht, in Osnabrück nicht – nirgends. Das beschloss
Inhaber Michael Radau und zog es auch durch. Er listete nicht aus, aber er
kündigte den Kooperationsvertrag mit dem Verband. Bioland habe mit seiner Neuausrichtung
den Status einer Qualitätsaussage verloren, und das merke er auch am sinkenden
Vertrauen seiner Kunden, so Radau. Eine bittere Pille für Bioland – ein echter Imageschaden,
falls andere nachziehen.

Wenn Bio lidlt, um wieder in die Balance zu kommen und ansonsten im LEH eine
einzige Rabattitis herrscht, was passiert dann mit dem Fachhandel? Wir werfen im aktuellen
Fachhandelsbarometer von Wobcom einen kritischen Blick darauf, wie die Branche
ins Jahr gestartet ist. Und leichte Ernüchterung stellt sich ein: Nach dem Rekordergebnis
von 2018 fiel diesmal der Auftakt recht verhalten aus. Das Wachstum erreichte keine
drei Prozent. Doch noch ist der Drops nicht gelutscht, und der Fachhandel steht vor
der Herausforderung, auf seine Weise die Bio-Balance wieder herzustellen. Ab Seite 14.

Sicherlich steht völlig außer Frage, dass die neue Bio-Generation in einer für die
Branche ganz entscheidenden Zeit ans Ruder gelangt. Ihre Aufgabe wird es sein, Bio
neu zu denken und anders mit Leben mit zu füllen. Dabei ist es ohnehin schon ein
Riesenthema, wenn der Sohn oder die Tochter morgen den Chefsessel einnimmt.
Innerhalb der Familie, aber auch in der gesamten Belegschaft, in Beziehungen zu
Kunden und Lieferanten. BIOwelt sprach mit der AöL über die vielen Stolperfallen
und hörte sich bei jungen Unternehmern um. Ab Seite 20.

Eine Überraschung erwartete die BIOwelt in Saarbrücken: Die Landeshauptstadt kommt
ohne die Großen aus. Es gibt dort weder einen Denn’s noch einen Alnatura – aber
trotzdem jede Menge Bio. Wir haben uns vor Ort umgeschaut, um einmal unter die
Lupe zu nehmen, wie sich Saarbrücken unter der Abstinenz der beiden Bio-Ketten in
den letzten Jahren entwickelt hat. Schön zu sehen: Es gibt sie noch, die kleinen Bio-
Läden aus der Gründerzeit. Teilweise seit Jahren nahezu unverändert. Ab Seite 26.

Bio und Blogger: Ganz grün sind sie sich noch nicht. Irgendwie bleiben Influencer
der Branche ein wenig suspekt, obwohl sie auch außerhalb der kunterbunten Instagram-
Welt die neuen Einfluss-Reichen sind. Dieses Fremdeln ist ein Grund dafür, warum
so viele gute Bio-Geschichten online nicht erzählt werden. Und genau das will die
EcoCommunity jetzt ändern: Sie will Bio und Blogger vernetzen. Ab Seite 32.

Premiere feierten die BioMessen Mitte April: Sie luden erstmals zur BioOst nach Leipzig
ein. Schon die Ausstellerzahlen waren vielversprechend, und auch die Messe selbst
enttäuschte trotz der geringeren Besucherzahl nicht. „Wir sind Bio“ – das war das
große Thema, das BioOst und BioWest prägte. Ab Seite 50.

 

Ihre Heike van Braak

Aus dem Inhalt

Management:Von Bio und Bloggern
Foto: Anne Freitag 2019

Management:
Von Bio und Bloggern

Bios und Blogger sind sich immer noch nicht ganz grün. Groß ist die Berührungsangst, klein das Wissen, wie Influencer denn eigentlich arbeiten. Die EcoCommunity will die Branche jetzt vernetzen – 40 Blogger sind bereits mit im Boot.
Stadtporträt:Saarbrücken
Fotos: BIOwelt / Martin Wispel 2019

Stadtporträt:
Saarbrücken

In der Landeshauptstadt gibt es die Großen nicht. Was bedeutet das für den Naturkostfachhandel vor Ort? BIOwelt hat sich umgesehen.
Nachfolge: Heute Sohn, morgen Chef
pixabay.com 2019 / 1442389

Nachfolge:
Heute Sohn, morgen Chef

Viele Bio-Pioniere sind in die Jahre gekommen. Sie haben ihre Idee von Bio salonfähig gemacht und sind gewachsen. Doch jetzt steht der Generationswechsel an.