Aktuelle Ausgabe | BIOwelt

Grauzone im grünen Handel

 

Fabelhafte Ferien – endlich Zeit, das Handy aus- und unser Urlaubs-Gehirn einzuschalten. Den Kopf so richtig frei zu kriegen, funktioniert allerdings nicht immer auf Anhieb. Es ist einfach nicht nur rechts von uns zu viel los, was selbst heiteren Gemütern die Stimmung verhagelt. Der bewusste Versuch, in jeder Lebenslage optimistisch zu bleiben, lohnt sich – allemal in Ferienzeiten.

Nach diesem Plädoyer für den Optimismus ein krasser Wechsel hin zu Preis-Pessimisten. Seit das Leben richtig teuer geworden ist, reden alle ohnehin permanent über den Preis – auch wenn es nervt. Das Dilemma dabei: Viele Verbraucher stecken Bio reflexartig in die Teuer-Schublade. Die Botschaft, dass ökologische Produkte die Inflation ausbremsen, scheint bei ihnen noch nicht angekommen zu sein. Das belegt eine Studie von Prof. Dr. Katrin Zander. Ab Seite 18.

Es könnte in Deutschland bunter, lauter und emotionaler zugehen. Das wünscht sich Andreas Englmeier, Chef von La Selva. Nun, das Bio-Unternehmen mit Landgut in der Toskana geht als Inbegriff des mediterranen Lebensgefühls durch. Da fällt einem die gute Laune quasi vor die Flip Flops. Doch Englmeier hat durchaus noch andere Gründe, zuversichtlich nach vorne zu schauen. BIOwelt sprach mit Englmeier über den Bio-Markt und die Drogeriekette dm, Klimakrise
und Kirchturmdenken. Ab Seite 24.

Aus Südtirol kommt eine der weltweit ersten Apfelsommelières. Jutta Tappeiner beschäftigt sich intensiv mit Nachhaltigkeit, Züchtungsmethoden und Sorten. Bei aller Theorie bewahrt sie sich auf den Spuren des Apfels ihre Leidenschaft für unverfälschten Genuss. Ab Seite 28.

Durch und durch zufrieden mit seiner Welt ist auch Janik Schenke. Der Edekaner führt in Gütersloh eine von derzeit 92 Naturkind Welten. Sie sei ein bisschen wie Apple: sehen, lesen, verstehen, sagt er. Und wer an frischem Obst- und Gemüse vorbeigeht, entdeckt sofort unzählige Infos zu Bios Werten und Verbänden. Bio gibt es auf der gesamten Fläche – um auch die größten Preispessimisten zu überzeugen. Ab Seite 32.

Für die aktuelle Ausgabe besuchten wir nicht nur Edeka Schenke, sondern auch das Klostergut Dibbesdorf in Braunschweig. Wir lernten dort zwei junge Öko-Landwirte kennen, die viel investierten, um Bio voranzubringen. Auch das gehört zum Optimismus dazu. Ab Seite 36.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihre Heike van Braak

Aus dem Inhalt

Naturkind Welt, Gütersloh

MACHER • Edeka macht es anders: Als einziger Akteur im LEH arbeitet der Verbund mit allen großen Anbauverbänden zusammen. Als Ass aus dem Ärmel zog er vor fünf Jahren Naturkind – ein Dreiklang aus Eigenmarke, Bio-Laden und Shop in Shop. Während der Erfolg der Fachmärkte eher durchwachsen ausfällt, steigt die Zahl der sogenannten Naturkind Welten beständig. Mittlerweile gibt es 92 bundesweit. BIOwelt besuchte eine Naturkind Welt im Gütersloher Edeka Schenke.

Weg mit dem Teuer-Image

TITEL • Wechselbad der Gefühle: Bios Umsatz knackte zwar im Vorjahr die 16 Milliarden Euro-Marke, aber Bios Marktanteil am LEH dümpelt noch immer bei unter sieben Prozent vor sich hin. Liegt das wirklich allein am Preis? Oder eilt Bio-Produkten noch immer ein Teuer-Image voraus? Und vor allem: Wie gelingt es, den Absatz dennoch anzukurbeln? Etwa doch mit Knaller-Angeboten wie im Discount? Ein Blick auf Preis-Pessimisten und Preisaktionen.

Andreas Englmeier, La Selva

INTERVIEW • In der italienischen Region Maremma steht die Wiege des mediterranen Lebensgefühls. Einer, der dies liebt und andere dafür begeistern kann, ist Andreas Englmeier. Er gehört seit Anfang 2022 zur Geschäftsführung des Feinkostherstellers La Selva – gegründet vom Bio-Pionier Karl Egger und mit eigenem Landgut in eben jenem Teil der Toskana. BIOwelt sprach mit Englmeier über den deutschen Bio-Markt und die Drogeriekette dm, Klimakrise und Kirchturmdenken.