Aktuelle Ausgabe | BIOwelt

Eine für alle?

 

Die Zukunft ist pink – Sänger Peter Fox landete damit einen Hit. Die offizielle Eröffnung der Biofach, die Frauen in den Fokus rücken und so auf den Kongress einstimmen sollte, zündete hingegen nicht. Okay, eine Jane Goodall haut nicht jedes Jahr hin, aber etwas mehr geht schon zum Auftakt einer Weltleitmesse. Immerhin: Tina Andres beschwor mit kraftvollen Worten das Ende der Krise.

Tatsächlich zeichnet sich im Fachhandel endlich ein Turnaround ab. Im vierten Quartal 2023 setzten Ladner laut Biovista 1,7 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Eine positive Entwicklung also – aber eben auch eine, die preisgetrieben ist. Unterm Strich gingen deutlich weniger Produkte über den Ladentisch. Die großen Gewinner: günstige Handelsmarken. Ab Seite 16.

Marken aufzupolieren, scheint das Gebot der Stunde zu sein – ideale Gelegenheit boten Biofach und Vivaness mit annähernd stabilen Besucherzahlen. Auch wenn einer der Pioniere witzelte, dass die breiten Gänge dafür angelegt seien, um Platz für seinen bald notwendigen Rollator zu schaffen: Gute Gespräche hoben die Laune und linderten den Unmut über enge Time Slots bei der Anlieferung sowie einen eher blassen Ausstellerabend, der wegen Aschermittwoch parallel zu den Standpartys stattfand. Alles andere als farblos auch in diesem Jahr: der facettenreiche Kongress. Ab Seite 20.

Wow, was für ein Hofladen: Die Wahl der Jury für den BIOwelt Award fiel auf den
Dottenfelderhof-Laden in Bad Vilbel. Für uns ein Leuchtturm und ein Türöffner zur ökologischen Landwirtschaft. Peter und Martin Hollerbach nahmen den Branchenpreis im Nürnberger Schindlerhof entgegen. Bescheiden, sympathisch und doch voller Ideen, wie Bio in die Zukunft gedacht und geführt werden kann. Ab Seite 32.

Um Marken drehte sich auch der Branchentalk von BIOwelt, der zum zweiten Mal im Schindlerhof stattfand. Mit am Tisch saßen Hersteller und Händler: BIOwelt sprach mit den beiden Bio-Ladnern Willi Pfaff und Michael Sendl, sowie mit Klemens Fischer und Stefan Voelkel. Sie diskutierten über ihren Kampf mit dem Teuer-Image. Ab Seite 38.

Bevor der Messe-Trubel richtig losging, machte sich die Redaktion von BIOwelt wieder auf den Weg. Diesmal besuchten wir die EVG Weimar und lernten David Hildebrandt kennen. Er berichtete von harten Zeiten und wie er die Genossenschaft fit für die Zukunft machen will. Ab Seite 42.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihre Heike van Braak

Aus dem Inhalt

Turnaround ohne großen Ruck

FACHHANDELSBAROMETER • Mehr Umsatz und mehr Kunden: Im Naturkostfachhandel geht es seit Sommer 2023 langsam wieder aufwärts. Riesensprünge gibt es nicht, aber immerhin: Im vierten Quartal setzten Bio-Läden 1,7 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum. Nur denkbar knapp verfehlten sie auf Jahressicht ein Plus. Ein Turnaround zeichnet sich ab, doch eines trübt die guten Vorzeichen: Es gingen in 2023 deutlich weniger Produkte über den Ladentisch.
„Wir kommen raus aus der Krise“
Barbara Böck, NuernbergMesse Group, Petra Wolf, NuernbergMesse Group, Tina Andres, BÖLW, and Mirja Eckert, The NEW, during the press conference

„Wir kommen raus aus der Krise“

TITEL • Nach den zuletzt turbulenten Jahren lag die Latte hoch: Erwartungsvoll blickte die gesamte Branche nach Nürnberg, wo in diesem Jahr die Biofach bereits zum 35. Mal ihre Tore öffnete. Mit Spannung erwartete der Sektor vor allem die aktuellen Branchenzahlen des BÖLW.

“Wir kämpfen mit dem Teuer-Image”

BRANCHENTALK • Turbulente Zeiten befeuern den Trend zum Trading down. Auch bei Bio greifen Kunden verstärkt zu günstigen Handelsmarken – selbst im Fachhandel. Geht das Gerangel um Bio zum kleinen Preis und Kunden im Sparmodus weiter? BIOwelt lud vor der Biofach erneut zum Branchentalk ein und sprach mit den Bio-Ladnern Willi Pfaff, Vollcorner, und Michael Sendl, Biomichl, sowie mit Klemens Fischer, Dorfkäserei Geifertshofen, und Stefan Voelkel, Naturkostsafterei Voelkel.