Aktuelle Ausgabe | BIOwelt

Zeit zum Nachlegen

 

Verschollen hinter verschlossener Tür, abgetaucht für Stunden – nur fürs Gassi gehen mit dem Hund ging es nach draußen. Drei Tage stand ich bei den Kollegen auf der Vermisstenliste, aber ganz ehrlich? Ich hab es fast gar nicht registriert. Das eSpezial von Biofach und Vivaness hat mich überrascht.

Auf der Kongress-Agenda stand nichts, was verblüffte. Keine wirklich neuen Themen – aber eben solche, die brandaktueller sind denn je. Für die Branche und das große Ganze. Ein Aspekt zog sich wie ein roter Faden durch die Messetage: Wie ist es um das Vertrauen in Bio bestellt? Gleich drei Projekte beschäftigen sich aktuell damit, und auch unsere Titelgeschichte versucht, diesem hohen Gut auf
den Grund zu gehen. Wir sprachen unter anderem mit Prof. Dr. Achim Spiller, Mitglied der Borchert-Kommission, und kamen zu dem Schluss: Bio muss liefern – es ist Zeit zum Nachlegen. Ab Seite 16.

Zwei Bio-Pioniere sind auf dem besten Wege, mit entscheidenden Werten die Latte etwas höher zu legen: Voelkel und Sonnentor lassen sich nach Kriterien des Gemeinwohls bilanzieren. Voelkel zum ersten Mal, Sonnentor seit vielen Jahren. Über Respekt, Dankbarkeit und auch ein bisschen Demut reden beide Unternehmen nicht groß. Sie machen. Und was macht Gemeinwohl mit ihnen? Ab Seite 22.
Für die Gemeinwohl-Ökonomie ist das Wohl von Mensch und Umwelt oberstes Ziel des Wirtschaftens. Ein Schritt in diese Richtung: den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Doch dazu muss der erst einmal messbar und für alle transparent sein. Ein CO2-Produktlabel soll hierbei helfen – und dem Konsumenten eine echte Wahl lassen. Aber geht das überhaupt ohne großes Wirrwarr? Ab Seite 26.

Nach einer blutleeren Grünen Woche und einer staubtrockenen Eurotier hielten sich meine Erwartungen jüngst in bescheidenen Grenzen. Schon wieder eine Messe online. Schon wieder keine realen Menschen. Infos bis zum Umfallen, Zahlen noch und nöcher. Am Ende verwandele ich mich noch in einen Nerd! Ein Albtraum. Es kam anders. Ich traf auf Biofach und Vivaness zwar keine Menschen zum Anfassen, aber ich sah sie – und sie schrieben mir. Zuweilen recht unterhaltsame Dinge. Davon bitte mehr! Ja, ich war sogar auf einer Standparty – mit einem Wermutstropfen:
Jan Plagge persönlich zum Geburtstag zu gratulieren, ging nicht. Wie schade! Aber Wein gab es. Den brachte ich selbst mit, und die Menschen sehe ich bald im echten Leben wieder. Da bin ich mir ganz sicher. Ab Seite 32.

Eine, dieser liebenswerten Bio-Pionierinnen traf die Redaktion der BIOwelt aktuell in Lübeck: Wir waren zu Besuch bei Tina Andres von der EVG Landwege. Sie übernahm vor zwei Jahren das Freibackhaus und zog jetzt eine erste Bilanz. Übrigens: Tina Andres begleitet aufmerksame Leser der BIOwelt ab sofort durch das Jahr. Ab Seite 38.

Viel Spaß beim Lesen!

Ihre Heike van Braak

Aus dem Inhalt

Zwischen Vision und Pragmatismus
Foto: Voelkel 2021

Zwischen Vision und Pragmatismus

MANAGEMENT • Bio ist nicht automatisch nachhaltig – auch nicht per se fair oder sozial. Deswegen schaut der Bio-Pionier Voelkel kritisch auf das eigene Handeln und legt die Latte hoch. Um die Realität abzubilden und nachzuschärfen, ließ sich der Getränkehersteller erstmals nach den Kriterien des Gemeinwohls bilanzieren.
Das große CO2-Wirrwarr
Foto: Weiling 2020

Das große CO2-Wirrwarr

MANAGEMENT • Wie groß ist der ökologische Fußabdruck einer Banane? Ein CO2-Produktlabel soll diese Frage möglichst transparent beantworten und so nachhaltige Konsumentscheidungen ermöglichen. Aber geht das überhaupt?
Blick in Bios gute Stube
Foto: BIOwelt/Julia Schächtele 2021

Blick in Bios gute Stube

MESSE • Per Mausklick ging es drei Tage lang mitten in Bios gute Stube. Biofach und Vivaness öffneten online ihre Tore weit, doch die Sinne mussten draußen bleiben. Corona ließ Präsenz und somit Riechen, Schmecken und vor allem Umarmen nicht zu. Dafür gab es beim eSpecial jede Menge Infos, Rekordzahlen für den Markt und nur wenige technische Pannen.