Im freien Flug.
Es war der kälteste Sommer für den Rest unseres Lebens – sagen Forscher über die letzten Wochen und stimmen damit auf die Klimakrise ein. Doch dieser Weckruf hallt offenbar nicht bis nach Berlin. Bloß nicht die industrielle Basis gefährden – lautet dort die Devise. Und mit ihr weht der Bio-Branche ein eisiger Wind entgegen – einer, der die Zahl der Umsteller nahezu einfriert. Jetzt nur nicht in den Blues verfallen.
Die Agrar-Lobby macht sich das einfach: Da wachsen bald regelrechte Superpflanzen auf den Feldern, denen die zunehmende Dürre ebenso wenig anhaben kann wie Viren und Pilze – alles direkt neben dem Öko-Acker. Mit der Deregulierung Neuer Gentechniken könnte das bald Realität werden – nur dass eben jene Superpflanzen nicht halten, was die Agrar-Industrie verspricht. Gelingt dann noch eine Koexistenz? Und wie müssen sich Erzeuger, Verarbeiter und nicht zuletzt der Handel auf die Zeit danach vorbereiten? Ab Seite 18.
Als Hebel für mehr Bio gilt seit Jahren die Außer-Haus-Verpflegung. Noch ist der Bio-Anteil dort marginal – doch es bewegt sich etwas. In Berlin brachte die Kantine Zukunft nach dänischem Vorbild bereits 200 Gemeinschaftsküchen auf einen Öko-Kurs. BIOwelt sprach mit Geschäftsführer Dr. Philipp Stierand über Kitas und Currywurst, auch über Menülinien – nur bei den Ministern verlief das Interview eher einsilbig. Ab Seite 24.
Nachwuchssorgen im Stall und auf den Feldern gibt es auch bei den Ökobauern. Wer hier einsteigt, braucht mittlerweile gleichermaßen Wissenschaft und Praxis. Eine zunehmende Rolle spielt dabei wieder der Klimawandel. Hier setzt der duale Studiengang Ökolandbau & Vermarktung der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNE) in Brandenburg an. Ab Seite 32.
Dass der Handel nicht ohne den Bio-Bauern kann, sagt Dr. Robert Poschacher. BIOwelt traf den Geschäftsführer der Edeka-Tochter Naturkind-Welt in Bremen. Dort bietet ein breites Bio-Sortiment der Kaufmannsfamilie Maaß mehr Optionen. Und die 2.500 Quadratmeter Verkaufsfläche beeindrucken nicht nur mit großer Bio-Dichte, sondern vor allem mit liebevollen Details. In Garching lernte unsere Redaktion zudem den Bio-Ladner Martin Bauer kennen. Sein Biomarkt bricht
klassische Fachhandelsregeln und etabliert sich dabei zwischen Billig-Bio und Markenqualität.
Ab Seite 34.
Viel Spaß beim Lesen!
Ihre Heike van Braak
