Neue Gentechniken im Fokus
Welche Auswirkungen hat die Deregulierung Neuer Gentechniken auf die Bio-Branche? Mit dieser Frage beschäftigten sich rund 85 Teilnehmende des Initiativkreises aus biodynamischem und ökologischem Anbau. Sie trafen sich im Wendland zu einem fachlichen Austausch und besuchten zwei Züchtungs- und Vermehrungsstandorte aus dem Netzwerk der Bingenheimer Saatgut AG. Immer im Fokus: die vom EU-Parlament im Juni beschlossene Zulassung der Neuen Gentechniken im Pflanzenbau ohne Risikoprüfung und ohne Kennzeichnung. Das Treffen begann bei der Gärtnerei Marlin in Waddeweitz. Auf diesem Betrieb bauen Robert Hahn-Goddeffroy und Judith Taschenmacher für ihre Solidarische Landwirtschaft zahlreiche Kulturen an. Am Samstag stand eine Betriebsbesichtigung bei der Bio-Safterei Voelkel in Höhbeck-Pevestorf auf dem Programm. „Wir sind froh, in Voelkel einen Partner zu haben, der die gleiche Vision verfolgt. Dass ihre Gemüsesäfte zu 98 Prozent aus samenfesten Sorten bestehen, ist eine Erfolgsgeschichte und bestätigt uns darin, unseren Weg fortzuführen“ unterstreicht Johannes Bender, Vorstand der Bingenheimer Saatgut AG. Die Verwendung von Biosaatgut insbesondere von Sorten aus Ökozüchtung sei der sicherste Weg, weiterhin ohne Gentechnik zu arbeiten – verdeutlichte Gebhard Rossmanith vom Dachverband Ökologische Pflanzenzüchtung. Er gab einen kurzen Überblick über die Folgen der beschlossenen Deregulierung und lud dazu ein, sich an den Arbeitsgruppen zu beteiligen, die sich zum Teil bereits intensiv mit den Detailfragen zum Thema und daraus folgenden Handlungsempfehlungen befassen. Einen weiteren Einblick in die praktische Züchtungsarbeit bot sich den Teilnehmenden beim Besuch der Züchtungsflächen von Johanna Fellner in Göhrde. Hier arbeitet die Züchterin von Kultursaat e. V. auf kleinem Raum an einer Vielzahl von Sorten, vermehrt Saatgut und baut auch Sorten aus dem Saatgutarchiv zur Sichtung an.


