Followfood zieht sich aus Russland zurück
Das Bio-Unternehmen Followfood schließt seine Fischfabrik in Russland. „Wir wollen nicht die Falschen bestrafen, aber ein Zeichen für den Frieden setzen”, kommentierte Mitgründer Jürg Knoll seine Entscheidung. Die Gehälter für die 80 Mitarbeitenden will er vorerst weiterzahlen und den bereits verarbeiten Zander mit dem Lkw nach Deutschland holen. „Die Logistik funktioniert derzeit noch”, so Knoll. Bereits seit 20 Jahren betreibt der Tracking-Spezialist aus Friedrichshafen eine eigene Fischfabrik am Peipussee nahe der Grenze zu Estland. Knoll hält täglich den Kontakt zum Werk südlich von St. Petersburg. Für den 48-Jährigen stellt sich die Entwicklung dramatisch dar. Die Entscheidung für den Rückzug sei schmerzhaft: „Für uns ist Russland kein anonymes Beschaffungsland”, sagt er. „Wir sind dort mit einer Handvoll Leute durch dick und dünn gegangen.” Sie könne Followfood nicht einfach hängen lassen – da spiele es keine Rolle, dass der Umsatz mit dem Russlandgeschäft nur auf etwa drei Prozent komme. Zahlreiche Unternehmen weltweit haben ihre Transaktionen in Russland bereits eingeschränkt, auf Eis gelegt oder ziehen sich zurück. „Wenn das alles nicht wirkt, passt das Land nicht mehr zu unseren Werten”, so Knoll über ein mögliches Aus der Fischfabrik.


