BÖLW und BNN: Entlastungspaket greift zu kurz
Mit einem weiteren Entlastungspaket reagiert die Ampel-Koalition auf steigende Energiepreise. Doch das greift offenbar zu kurz. „Es verfehlt seine Wirkung“, kommentiert der BÖLW, der die Transformation in Gefahr sieht. „Eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas schafft für die Unternehmen keinerlei Entlastung“, betont die BÖLW-Vorsitzende Tina Andres. „Nicht nur energieintensive Unternehmen brauchen jetzt finanzielle Unterstützung, wenn sie nicht in schwere Turbulenzen geraten sollen.“ Zudem seien Zeitpunkt und Umfang der neuen Strompreisbremse aktuell überhaupt nicht absehbar. Und auch der BNN äußert sich kritisch: „Die Maßnahmen greifen insbesondere für kleinere und mittlere Bio-Herstellungs- und Handelsunternehmen (KMU) deutlich zu kurz”, heißt es in einer Stellungnahme. Selbst gesunde mittelständische und regional verwurzelte Bio-Unternehmen könnten in existenzielle Bedrängnis kommen. Beide Verbände fordern schnelle und unbürokratische Hilfe. Die beschlossenen Entlastungen für Verbraucher sind aus BNN-Sicht der richtige Weg, um soziale Härten abzufangen und den privaten Konsum zu stabilisieren. Das stütze auch Unternehmen des Bio-Fachhandels. „Allerdings sind die Maßnahmen für Unternehmen insgesamt zu ungenau und könnten womöglich erst mittelfristig wirken – mit schwerwiegenden Folgen”, so der BNN.
Der BÖLW fordert jetzt von der Bundesregierung – ähnlich wie zu Beginn der Corona-Pandemie – schnelle Entlastung bei den Energiekosten und darüber hinaus unbürokratische Liquiditätshilfen vor allem für kleine und mittelständische Bio-Unternehmen. Die bisherigen Corona-Hilfen und das Sonderprogramm „Ukraine, Belarus, Russland“ der KfW müssten so angepasst werden, dass Bio-Unternehmen teilhaben können. Andres mahnte: „Wenn die Bundesregierung die Transformation der Ernährungswirtschaft gestalten und bis 2030 die ökologische Produktion auf 30 Prozent ausweiten will, darf sie jetzt nicht die Existenz der dafür notwendigen Akteure aufs Spiel setzen!“


