Lauter sein für gentechnikfreie Landwirtschaft
Bio muss lauter werden, um eine gentechnikfreie Landwirtschaft zu sichern. Das war die zentrale Forderung zum Ausklang der Öko-Marketingtage am 8. und 9. November auf Schloss Kirchberg. Gemeinsam diskutierten rund 200 Teilnehmende den Entwurf zur Deregulierung der Gentechnik in der EU. Eindringlich forderte Tinas Andres (Foto r.), Vorstandsvorsitzende des BÖLW, die gesamte Branche dazu auf, sich an der Wir haben es satt-Demo am 20. Januar 2024 in Berlin zu beteiligen. „In unseren eigenen Unternehmen müssen wir lauter werden und uns auf die Straße begeben“, so Andres. „Es ist für uns alles zu verlieren.“
Vor diesem Hintergrund der geplanten Deregulierung veröffentlichen Veranstalter und Träger der Öko-Marketingtage die Kirchberger Erklärung. „Es ist ein Skandal, wie derzeit zentrale Werte der Europäischen Union wie das Vorsorgeprinzip oder das Recht auf Wahlfreiheit aufs Spiel gesetzt werden. Bisher galt: Gentechnik ist erlaubt in Forschung und Anbau, allerdings mit Sicherheitsprüfung, nahezu lückenloser Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit. Regeln der Koexistenz sichern eine gentechnikfreie Produktion, die in Europa und im Weltmarkt der heimischen Landwirtschaft Schutz garantiert und allen Verbraucherinnen und Verbraucher Wahlfreiheit bieten. Über 90 Prozent von ihnen erwarten weiterhin eine Kennzeichnung und Sicherheitsprüfung auch neuer Gentechnikpflanzen”, heißt es in dieser Erklärung. Sie endet mit dem Aufruf Daher der Aufruf an alle Abgeordneten des Europäischen Parlaments und an die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten, insbesondere auch an die Bundesregierung: „Stoppen Sie die Erosion europäischer Grundwerte, sichern Sie Wahlfreiheit und Transparenz um zu erkennen, was auf unseren Äckern wächst und auf unsere Teller kommt.“


