Klimakrise: Ernteerträge sinken deutlich
Die Klimakrise setzt zunehmend der Ernte zu: Wetterkapriolen beeinflussen nicht nur Erträge, sondern gefährden in einigen Regionen ganze Ernten. Landwirte fuhren allein bei der Getreideernte (ohne Mais) ein Minus von 9,1 Prozent ein. Sie ernteten rund 34,5 Millionen Tonnen. Das bestätigt der vorläufige amtliche Erntebericht 2024, den Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am 28. August vorgestellte. Demnach schmälerten ein nasser Herbst 2023, ein rekordwarmer Frühling 2024 mit Spätfrösten, vielerorts Hochwasser und ein feuchter Sommer mit heftigen Unwettern die Ernteergebnisse. Regional erschwerten Niederschläge die Aussaat des Wintergetreides, sodass Getreide insgesamt auf nur 5,27 Millionen Hektar Fläche angebaut wurde. Dies entspricht einem Minus von 5,7 Prozent. Zudem schwankte in einigen Regionen witterungsbedingt die Qualität. Auch der Kartoffelanbau sowie der Obst- und Weinbau litten deutlich: Nach einer Schätzung vom Juli 2024 können voraussichtlich rund 734.000 Tonnen Äpfel geerntet werden. Das wären 261.300 Tonnen – und damit mehr als ein Viertel – weniger (-26,3 Prozent) als im Durchschnitt der letzten zehn Jahre. „Wo andere den Klimawandel zurzeit am liebsten klein reden, müssen sie einen Landwirt da nicht überzeugen. Die Klimakrise erhöht die Häufigkeit und Dauer von Extremwetterereignissen, sie erschwert die Erzeugung und gefährdet zunehmend Ernten“, sagte dazu Bundesminister Cem Özdemir. „Klimaschutz ist auch Schutz unserer Ernten – und da sind auch alle anderen Sektoren gefordert. Klimaschutz und Klimaanpassung sind das Gebot unserer Zeit.“


