BÖLW: Bürger läuten Wende ein
Bringen Bürger die Ernährungswende voran? Ja, sagt der BÖLW: „Bio ist für immer mehr Menschen die Antwort“, kommentiert Tina Andres, Vorstandsvorsitzende des BÖLW, den neuen Ernährungsreport des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL). „Bio ist für alle keine Utopie, sondern machbar – insbesondere deshalb, weil die Verbraucher ihren Fleischkonsum bereits einschränken“, so Andres weiter. So fanden laut Ernährungsreport im Jahr 2015 nur knapp die Hälfte der Befragten (47 Prozent) Bio-Siegel wichtig – neun Jahre später achten bereits 59 Prozent beim Einkaufen darauf. Zudem sprechen sich 88 Prozent der Befragten für einen Ausbau des Öko-Landbaus aus. „Für eine bessere Tierhaltung – von Bio-Landwirten bereits praktiziert – würden fast alle Befragten (91 Prozent) auch mehr Geld für Fleisch ausgeben, vorausgesetzt, die Abgabe käme den Bauern zugute“, betont Andres. Bürger hätten die Ernährungswende also eingeläutet, jetzt müsse endlich die Politik nachziehen. Die Forderungen des BÖLW: unbürokratisch gestaltete Fördermaßnahmen für Bauernhöfe, um auf Bio umzustellen, und aktive Unterstützung mittelständischer Verarbeiter in ländlichen Regionen. Zudem brauche es Beratung und Vernetzung von Kantinen, Mensen, Kliniken, Schulen und Kitas, um regionales Bio auf die Tische zu bringen.
Das BMEL veröffentlicht den Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst” seit 2015 jährlich. Der aktuelle, Ende September vorgestellte Report basiert auf einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Mai 2024 unter rund 1.000 Bundesbürgern ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten.


