Proveg-Studie: Sojamilch besser als Kuhmilch
Pflanzliche Produkte können bei Nährstoffprofilen mit ihren tierischen Pendants mithalten und übertreffen sie oft sogar. Zu diesem Ergebnis kommt Proveg nach einer Untersuchung von 251 Milch- und 422 Fleischalternativen in elf Ländern. Demnach schneiden in Deutschland Milchalternativen im Eins-zu-eins-Vergleich ebenso gut und Sojamilch sogar deutlich besser ab als Kuhmilch. Fleischalternativen weisen nach dieser Untersuchung mehr Ballaststoffe und weniger gesättigte Fette auf als ihre tierischen Pendants. Sie zeigen aber auch klare Schwächen: zu wenig Vitamin B12 und zu viel Salz. Für pflanzliche Produkte sprechen laut Proveg-Vergleich vor allem drei Argumente: wenig Zucker, viele Ballaststoffe, gutes Fettprofil. „Pflanzenmilch ist von Natur aus frei von Laktose, also Milchzucker. Das ist einer ihrer großen gesundheitlichen Vorteile. Laktose verursacht bei vielen Menschen Verdauungsprobleme“, erläutert Anna-Lena Klapp, Head of Research bei Proveg International. „Nun wissen wir, dass die meisten pflanzlichen Alternativen auf dem Markt auch generell zuckerarm sind und nur geringe Mengen an zugesetztem Zucker enthalten.”
In einer Fallstudie nahm die Untersuchung Sojamilch gesondert unter die Lupe. Das Ergebnis: Sojamilch kommt auf einen ähnlichen Proteingehalt und eine vergleichbare Proteinqualität wie Kuhmilch. Zuckerarme Produkte, die mit den Vitaminen B2, B12 und D sowie Kalzium angereichert sind, können sogar insgesamt ein besseres Nährstoffprofil liefern als Kuhmilch. In Deutschland erhielten Milchalternativen auf Sojabasis neun von neun möglichen Punkten. Kuhmilch erhielt aufgrund ihrer gesättigten Fette und ihres hohen Milchzuckergehalts nur 6,5 Punkte. Bei den pflanzlichen Fleischalternativen schnitten Speck, Nuggets und Würstchen sowie Hähnchenbrust und -streifen besser ab als ihre tierischen Pendants, während Fleischbällchen, Schnitzel, Hack und Burger schlechter abschnitten. Über alle Kategorien hinweg erzielten pflanzliche und tierische Fleisch- und Wurstwaren in Deutschland ähnliche Ergebnisse. „Optimierungsbedarf besteht sowohl beim Salzgehalt von pflanzlichen Fleischalternativen als auch bei ihrer Anreicherung mit Eisen und Vitamin B12“, analysiert Klapp. Nur 18 Prozent der untersuchten Fleischalternativen in Deutschland hatten Salzgehalte von maximal 1,1 Gramm pro 100 Gramm. Damit bildet Deutschland das Schlusslicht im Ländervergleich.
Die Proveg-Studie „Building Bridges between Habit and Health“ („Brücken bauen zwischen Gewohnheiten und Gesundheit“) verglich die Nährstoffe von Fleisch- und Milchalternativen in Belgien, Deutschland, Italien, Malaysia, den Niederlanden, Polen, Spanien, Südafrika, der Tschechischen Republik, den USA und dem Vereinigten Königreich mit denen ihrer tierischen Pendants und zwischen den Ländern. Die Bewertung stützt sich laut Proveg auf Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und des niederländischen Ernährungszentrums.


