Klatschmohn Naturkost
Glaubwürdigkeit zählt
Die Gründer des Bioladens Klatschmohn verfolgten im Jahr 1978 vor allem idealistische und politische Ziele und führten den Laden mit einem studentischen Kollektiv. In den 70er Jahren wollte man wie in anderen Städten auch in Gießen ein Gegenmodell zum Kapitalismus schaffen. Damals gab es bei Klatschmohn eine Sorte Käse, den Allgäuer Emmentaler von Rapunzel, der wegen fehlender Kühlung unter der Verkaufstheke gehandelt wurde. Vegetarisches Kochen im Hinterzimmer war gang und gäbe, Anti-AKW-Aufkleber, Wolle und selbst geschnitzte Stricknadeln gehörten zum Standardsortiment. Nahe der Universität zog der Laden auch aufgrund seiner großen Auswahl an alternativer Literatur Kunden an, welche die Konsumgesellschaft kritisch hinterfragten. „In der ersten Hochphase einer Landwirtschaft mit Pestiziden und chemischen Düngemitteln wurde der Ökolandbau immer wichtiger“, erinnert sich Georg Rieck, der den Laden heute führt.
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