Nach Verkauf an Müller: Berief fliegt raus
Noch ist die Tinte unter dem Vertrag nicht trocken, da listet der erste Händler Berief aus: Beim Bioladen Regenbogen in Arnsberg und Neheim gibt es Pflanzendrinks und Tofu von Berief Food nicht mehr. Grund ist der Verkauf an die Müller Gruppe. Sie steht in der Kritik, weil Inhaber Theo Müller engen Kontakt zu AFD-Chefin Alice Weidel pflegen soll und als Unterstützer der Partei gilt. Direkt nach der Bekanntgabe gab es in den sozialen Medien Aufrufe zum Boykott.
Nach der Übernahme soll Berief Food weitgehend eigenständige Unternehmenseinheit agieren. Ziel des Zusammenschlusses sei es – so Berief – insbesondere, die internationale Expansion zu beschleunigen und gleichzeitig den Standort Beckum nachhaltig zu stärken. Zuvor hatte Berief verschiedene Optionen zur Finanzierung seines weiteren Wachstums geprüft. Angesichts steigender Nachfrage nach pflanzenbasierten Produkten und konkreter Expansionspläne – insbesondere in europäische Auslandsmärkte wie Benelux-Staaten und Osteuropa – bestand ein erhöhter Kapitalbedarf. Berief kündigte an, seine Wachstumsstrategie konsequent fortzusetzen – nun mit noch mehr Möglichkeiten. „Diese Partnerschaft ermöglicht nicht nur weiteres Wachstum, sondern sichert auch langfristig die Stabilität und Entwicklung des Standorts in Beckum“, so der bisheriger Eigentümer Marcus Berief. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von rund 113 Millionen Euro bei einem EBITDA von rund zwölf Millionen Euro. Noch muss allerdings das Bundeskartellamt dem Deal zustimmen. Erst im vergangenen Jahr hatte Müller die Joghurtmarken Lünebest und Elinas übernommen.


