Bio als Jobmotor: 380.000 Beschäftigte
Die deutsche Bio-Branche schafft Arbeit: Sie beschäftigte rund 380.000 Menschen im Jahr 2023 – mehr als doppelt so viele wie noch vor 14 Jahren. Bei der letzten Zählung 2009 kam der Sektor auf knapp halb so viele Beschäftigte (180.000) und mit 5,8 Milliarden Euro etwa auf ein Drittel des Jahresumsatzes von 2023. Er lag in diesem Jahr bei mehr als 16 Milliarden Euro. Bio entwickelte sich 2024 folglich deutlich besser als der Marktdurchschnitt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des BÖLW, vorgestellt am 15. Januar auf der Grünen Woche in Berlin. „Verbraucher haben trotz Inflation und Wirtschaftsflaute wieder deutlich mehr zu Bio gegriffen“, sagte die BÖLW-Vorsitzende Tina Andres (Foto). „Damit erweisen sich die Bürger als standfester als die von ihnen gewählte Politik.“ Hier habe keine Partei einen Plan.
Nach der BÖLW-Datenerhebung sind 55 Prozent der Beschäftigten in der ökologischen Lebensmittelwirtschaft Frauen, 44 Prozent Männer. Ein Prozent der Befragten gab hier divers an. Zum Vergleich: In der Landwirtschaft und Fischerei sind 20,7 Prozent Frauen erwerbstätig. Doch auch bei der Ausbildung übernimmt die Branche eine Vorreiterrolle: 45 Prozent der Öko-Betriebe bilden aus. Das sind mehr als doppelt so viele wie in der Gesamtwirtschaft. Sie kommt laut BÖLW gerade einmal auf 19 Prozent. Zudem gaben 37 Prozent der Betriebe an, Menschen mit einer Einschränkung zu beschäftigen. Ebenso groß ist der Anteil der Unternehmen, die geflüchteten Menschen eine Arbeit bieten.
Der BÖLW gab die Datenerhebung bei der Kommunikationsagentur Harting & Tovar in Auftrag. Für Hersteller und Verarbeiter, den größten Sektor der Branche, befragte Harting & Tovar insgesamt 473 Betriebe mit mehr als 2,5 Milliarden Euro Gesamtumsatz. Für diese Erhebung wurden ihre Durchschnittsdaten mit einem deutlichen Vorsichtsabschlag nach unten auf die Zahl der Verarbeiterbetriebe übertragen. Im Handel berücksichtigt die Erhebung sowohl die rund 3.700 Verkaufsstellen des Bio-Fachhandels als auch die etwa 40.000 Verkaufsstellen des Lebensmitteleinzelhandels sowie des Drogeriemarkts.


