Biokreis kooperiert mit Ecovalia – kein Antrag bei Allianz
Spanische Frische statt regionaler Produkte: Biokreis kooperiert mit Ecovalia, dem größten Bio-Anbauverband in Spanien. Der Bio-Allianz selbst – zu deren Gründungsmitgliedern Biokreis gehört – liegen jedoch keine weiteren Mitgliedsanträge vor. „Allen Verbänden in der Allianz steht es frei, auch Kooperationen außerhalb der Allianz einzugehen“, so die Bio-Allianz. Auswirkungen auf gegenseitige Rohwarenanerkennungen innerhalb dieses Verbundes würden berücksichtigt. Ziel der neuen Partnerschaft von Biokreis und Ecovalia ist es indes, dass der LEH in Deutschland bald mehr Bio-Verbandsware für sein Frische-Sortiment bekommen soll. Das meldete Mitte April die Lebensmittel Zeitung (LZ). „Ich denke, im zweiten Halbjahr 2026 werden Händler in Deutschland die ersten Produkte ordern können“, so Biokreis-Geschäftsführer Simon Krischer (Foto) zur LZ. Damit verschaffe sich Biokreis eine gigantische Lieferabsicherung. Biokreis-Ware wandert vor allen in die Regale von Edeka sowie ihrer Töchter Naturkind und Netto. Aber auch die Bio-Filialisten Alnatura und Dennree sowie derzeit noch Tegut listen Biokreis-Erzeugnisse. Mit der Partnerschaft will sich Biokreis vor allem neue Rohstoffe wie Oliven oder Zitrusfrüchte sichern – sogar Kakao und Kaffee stehen auf der Wunschliste. Derzeit arbeiten die beiden Verbände laut LZ an Validierungsprozessen, Auditoren-Schulungen sowie an der Auswahl von Erzeugern und Produkten. Zu Ecovalia gehören rund 17.000 Mitglieder, doch derzeit wirtschaftet laut LZ gerade einmal eine dreistellige Zahl über dem Standard von EU-Bio. Was künftig als Verbandsware im Regal landet, könnte also nicht nur aus völlig unterschiedlichen Regionen kommen, sondern auch aus unterschiedlichen Strukturen und mit unterschiedlichem Qualitätsverständnis. Mögliche Folge: Für den Austausch von Rohwaren müsste sich die Bio-Allianz besonders angesichts großer, internationaler Warenströme auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einigen. „Alle Systeme werden so erschaffen, dass keinerlei Qualitäts- oder Herkunftssicherungsfragen unklar sind“, so die Bio-Allianz.
Ecovalia hatte im Frühjahr eine Debatte losgetreten: Spanien gilt als einer der größten Schweineproduzenten Europas. Da ökologisch gezüchtete Ferkel dort aber knapp sind, sollen Mäster laut Medienberichten mitunter auf konventionelle Ferkel zurückgreifen. Anfang April warnte das Aktionsbündnis Bioschweinehalter Deutschland vor einem möglicherweise nicht EU-Öko-konformen Bio-Schweinefleisch aus Spanien. „In den letzten Wochen haben sich die Hinweise nicht nur in Deutschland, sondern auch in weiteren EU-Ländern, verdichtet, dass das im großen Umfang aus Spanien billig importierte Bio-Schweinefleisch mit konventionell erzeugten Ferkeln produziert wird. Dieses Vorgehen ist kein Einzelfall! Unserer Erkenntnis nach wird hierbei mit System die EU-Bio-Verordnung ausgehebelt, um einen deutlichen Preisvorteil zu generieren”, so das Aktionsbündnis auf seiner Homepage. Mit der Verarbeitung und dem Verkauf dieser Waren in Deutschland werde der Verbraucher massiv getäuscht. Einheimische Bio-Schweinehalter, die sowohl die EU-Öko-Verordnung, und zum Teil auch darüberhinausgehende Verbandsrichtlinien einhalten, kämen durch diese Billigimporte preislich stark unter Druck. Die aktuelle Zusammenarbeit von Biokreis und Ecovalia betrifft laut Bio-Allianz allerdings ausschließlich pflanzliche Produkte.


