BNN startet Nutri-Score-Kampagne
Der Nutri-Score benachteiligt Bio und kann Verbraucher in die Irre führen – zu diesem Schluss kommt der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) und startet deshalb eine Kampagne im Naturkostfachhandel. Die freiwillige Kennzeichnung berücksichtige wichtige Faktoren einer gesunden Ernährung nicht, so der BNN. Dazu gehören unter anderem der Verarbeitungsgrad, aber auch Zusatz- und Ersatzstoffe. Hochwertige Inhaltsstoffe, wie mehrfach ungesättigte Fettsäuren und ein hoher Ballaststoffgehalt, fließen aus Verbandssicht hingegen gar nicht in die Bewertung ein. Mit der Informationskampagne will der BNN nun Kunden darüber aufklären, was wirklich hinter dem bunten Label steckt. Dafür greift der Verband zu Flyern und Plakaten für die Bio-Läden. Die Print-Materialien ergänzt er durch digitale Formate für Social Media-Kanäle. Bislang suchen Kunden den Nutri-Score allerdings im Naturkostfachhandel meist vergebens. Hersteller nutzen ihn kaum, während die großen Player des LEH bereits damit werben. Erste, bislang unveröffentlichte Umfragen zur Wirkung des Nutri-Scores auf Bio-Kunden haben laut BNN gezeigt, dass ein Fehlen des Labels Einfluss auf die Kaufentscheidung hat. „Der Erwartungsdruck auf die Bio-Branche wird steigen“, kommentiert Kathrin Jäckel, BNN-Geschäftsführerin. „Doch in seiner aktuellen Form bietet der Nutri-Score keine ausreichende Orientierung für eine gesunde Ernährung.“ Aus Sicht der Bio-Branche müsse der Nutri-Score-Algorithmus daher überarbeitet werden.


