Demeter: Nein zur Bio-Allianz
Demeter tritt der Bio-Allianz nicht bei – zumindest zum jetzigen Zeitpunkt. Das entschieden die Delegierten auf ihrer jährlichen Versammlung Mitte April in Oberursel nach einer – so der Verband – intensiven, fachlich geprägten Diskussion. Damit schlägt der Verband einen anderen Kurs ein als Demeter Österreich und schließt sich der Bio-Allianz ebenso wenig an wie Naturland. „Gleichzeitig bekräftigen wir ausdrücklich unser Interesse an einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit in zentralen Zukunftsthemen der ökologischen Land- und Lebensmittelwirtschaft“, so Demeter-Vorständin Ute Rönnebeck. Insbesondere im Bereich der Qualitäts- und Herkunftssicherung sehe Demeter weiterhin großes Potenzial für gemeinsame Initiativen und möchten den Dialog mit anderen Bio-Verbänden aktiv fortführen. Erst Ende Februar 2026 hatte Demeter die Branchenvereinbarung unterschrieben.
Ebenfalls in Oberursel auf der Tagesordnung stand die Nachwahl von vier weiteren Aufsichtsratsmitgliedern. Für die laufende Amtsperiode bis 2027 wählten die Delegierten Anja Frey (Demeter Baden-Württemberg), Dominik Spegel (Fachgruppe Erzeuger) sowie Sebastian Huber und Sebastian Bühler (Fachgruppe Verarbeiter) in das Gremium. Meinhard Rediske (Fachgruppe Verarbeiter) schied auf eigenen Wunsch aus dem Aufsichtsrat aus. Der bisherige Aufsichtsratsvorsitzende Rolf Holzapfel sowie die Aufsichtsräte Anja Frey und Tankred Kauf legten in 2025 ihr Amt nieder, nachdem die bisherige Vorständin Prof. Dr. Chirine Etezadzadeh im September noch vor Ende ihrer Probezeit den Platz an der Demeter-Spitze räumen musste.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Delegiertenversammlung stand die Arbeit an der Demeter-Richtlinie sowie zentrale Weichenstellungen für die kommenden Jahre. Der Demeter-Entwicklungsbericht 2025/26 mit dem Titel „Umbruch & Aufbruch“ gab dabei einen Blick auf die Verbandsarbeit auf Bundes- und Regionalebene. Im Mittelpunkt stehen die konsequente Ausrichtung auf die Ziele der Strategie Demeter 2030 sowie die aktive Gestaltung von Zukunftsthemen. Die Doppelspitze mit Nancy Schacht und Ute Rönnebeck will diesen Prozess mit Fokus auf Stabilität, Profilstärkung und Zukunftsfähigkeit weiter vorantreiben. Zugleich unterstreicht der Bericht die kontinuierliche fachliche und politische Arbeit des Verbandes, etwa im Einsatz für klare Rahmenbedingungen im Umgang mit neuen gentechnischen Verfahren, sowie die breite Aktivität in den fünf Demeter-Regionen und zentralen Handlungsfeldern wie Forschung, Bildung, Beratung, Marketing und ökologischer Tierzucht.
Demeter in Zahlen: Insgesamt 1.599 Erzeuger bewirtschaften insgesamt 113.411 Hektar biodynamisch. Aktuell gibt es 15.382 Demeter-Produkte, von denen 847 neu in 2025 angemeldet wurden. 88 Hofverarbeiter und 319 Verarbeiter stellen Demeter-Produkte her. Weiterhin sind 165 Großhändler, 277 Fachhändler und 17 filialisierte Einzelhändler Demeter-Mitglieder. Zudem gibt es 1.123 Demeter-Fördermitglieder und Hausgärtner.
Der Demeter-Aufsichtsrat v. l.: Engelhard Troll, Dominik Spegel, Thomas Müller, Matthias Deppe, Luise Leopold, Friederike Roll, Sebastian Huber, Anja Frey, Sebastian Bühler und Eike Frahm.


