Ernährungsreport: Herkunft und Bio immer wichtiger
Woher kommen Lebensmittel? Und wie sieht die Tierhaltung aus? Verbraucher in Deutschland wollen wissen, was sie essen. Fast doppelt so viele Menschen wie noch 2015 achten beim Einkauf aufs Tierwohllabel: Ihre Zahl erhöhte sich von 36 Prozent auf 65 Prozent. Beim EU-Biosiegel stieg der Anteil im gleichen Zeitraum von 47 auf 59 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt der Ernährungsreport 2024 des BMEL, den Bundesminister Cem Özdemir am 24. September vorstellte. Zusätzlich zu Labeln achten die Befragten demnach auf Saisonalität bei Obst und Gemüse (80 Prozent) und darauf, dass die Produkte aus ihrer Region kommen (77 Prozent). Auf Angebote achten 68 Prozent – das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Mit 39 Prozent kaufen auch deutlich mehr Menschen „öfters“ vegetarische oder vegane Alternativen zu tierischen Produkten. 2020 lag dieser Wert bei 29 Prozent. Wenig überraschend: Die wichtigsten Kriterien sind Geschmack und Gesundheit. Ein Großteil der Befragten (92 Prozent) findet es sehr wichtig oder wichtig, dass die Politik für bessere Tierhaltungsbedingungen sorgt. Fast genauso viele (91 Prozent) meinen, dass in Haushalten und Betrieben weniger Lebensmittelabfälle produziert werden sollten. Den Ausbau des Ökolandbaus befürworten 88 Prozent. 42 Prozent sind der Auffassung, dass Obst und Gemüse zu teuer sind, bei Fleisch- und Wurstprodukten sind es 25 Prozent. „Unsere Bürger entscheiden selbst, wie sie sich ernähren, da braucht es von niemandem Belehrungen oder Vorschriften“, kommentierte Özdemir. „Das klingt wie eine Selbstverständlichkeit, aber wir erleben in den letzten Jahren leider verstärkt, dass das Essen politisch instrumentalisiert wird. Die Menschen wollen echte Wahlfreiheit, das unterstützen wir – und zwar anhand von validen Daten.“
Das BMEL veröffentlicht den Ernährungsreport „Deutschland, wie es isst” seit 2015 jährlich. Der aktuelle Report basiert auf einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Mai 2024 unter rund 1.000 Bundesbürgern ab 14 Jahren zu ihren Ess- und Einkaufsgewohnheiten.


