EU-Rat stimmt für neue Gentechnik-Regeln
Der EU-Ministerrat machte am 21. April den Weg frei für neue Gentechnik-Regeln. Er bestätigte damit das Trilog-Ergebnis zu Neuen Gentechnologien aus dem Dezember 2025. Das EU-Parlament soll nun am 19. Mai seine finale Zustimmung geben. Bio-Verbände hatten bereits im Vorfeld vor den Folgen einer Deregulierung gewarnt. „Die neue Verordnung verstößt massiv gegen das im EU-Recht verankerte Vorsorgeprinzip! Darüber hinaus nimmt Bürgern in Europa ihr Selbstbestimmungsrecht über die eigene Ernährung, weil gentechnisch veränderte Lebensmittel nicht mehr als solche gekennzeichnet werden müssten“, kommentiert Tina Andres Vorstandsvorsitzende des BÖLW. „Vor allem aber werden die neuen Gentechnik-Patente die Land- und Lebensmittelwirtschaft in die Abhängigkeit von Chemie- und Saatgut-Konzernen aus China und den USA treiben: eine höchst gefährliche Entwicklung für unsere Wirtschaft.“ Der BÖLW appelliert an die Abgeordneten des EU-Parlaments, die Verordnung im Mai abzulehnen oder zumindest mittels Änderungsanträgen eine neue Patent-Welle zu verhindern sowie über eine Kennzeichnung Transparenz für Verbraucher zu schaffen. „Die Sicherung des Züchtungsfortschritts in Europa ist keine parteipolitische Frage, sondern sollten gerade in diesen Zeiten multipler Krisen selbstverständliches Anliegen jeder und jedes Abgeordneten sein“, so Andres weiter.


