FiBL: Lösungen für mehr Bio-Saatgut
Wie lässt sich die Versorgung mit Öko-Saat- und Pflanzgut sichern? Bei der FiBL-Saatgut-Konferenz am 7. und 8. Juli 2026 im Biohotel Lindengut bei Fulda steht diese Frage im Mittelpunkt. Vertreter aus Wissenschaft, Landwirtschaft, Politik, Handel und Verbänden diskutieren dort Strategien gegen drohende Versorgungsengpässe. Hintergrund: Ab 2037 müssen alle pflanzlichen Bioprodukte vollständig auf ökologisch vermehrtem Saat- und Pflanzgut basieren. Doch bei vielen Kulturen fehlt bislang ausreichend biologisches Vermehrungsmaterial. „In Deutschland stammt beispielsweise nur jede zehnte Bio-Möhre aus Biosaatgut – und bei vielen weiteren Gemüsesorten sieht die Lage ähnlich aus“, sagt Dr. Freya Schäfer, Projektkoordinatorin am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Am schwierigsten sei die Versorgung im Raps-, Wein- und Obstbau. „Hier steht aktuell nur sehr wenig bis gar kein ökologisches Pflanzenvermehrungsmaterial zur Verfügung“, so Schäfer. Bisher 2037 dürfen Landwirte bei Engpässen konventionelles Saat- und Pflanzgut verwenden. Doch diese Regelung läuft aus. „Ohne koordinierte Maßnahmen drohen erhebliche Engpässe bei Bio – vom Acker bis ins Supermarktregal“, warnt auch Steffen Reese (Foto). Der ehemalige Naturland-Geschäftsführer ist seit dem 1. April Co-Geschäftsführer des FiBL in Brüssel und wird die Veranstaltung eröffnen.


