Neues Kapitel in Österreichs Bio-Krimi
In Österreichs Bio-Branche kehrt keine Ruhe ein: Nach Schlagzeilen über Billig-Importe aus Drittländern in 2024 zogen Bio Austria, die Bio Austria Marketing GmbH und ihr Geschäftsführer Hermann Mittermayr gegen die Agentur Ritt aus Amstetten und ihren Geschäftsführer vors Handelsgericht Wien. Auf den ersten Prozesstag im August 2025 folgte ein weiterer im November – Ende März fand trotz Schlichtungsversuche der Richterin der dritte Prozesstag statt – auf Drängen der Klägerseite. Die Fortsetzung folgt nun im April. Auslöser des zähen Rechtsstreits ist eine Internetseite, die lediglich als Ankündigung online ging. Zu sehen war ein verfremdetes Bio Austria-Logo mit dem Schriftzug „Bio korrupt“ und der Abbildung eines Schweins im Anzug vor einem Berg Geldscheinen. Darunter stand die Behauptung, ein ÖVP-Politiker nutze Bio Austria, um sich und seine Freunde zu bereichern – alles mit Unterstützung einer naiven Obfrau. Die Seite ging im September 2024 nach dem Versand eines Newsletters vom Netz – nach einer Woche und ohne über die angekündigten, vermeintlichen Bio-Skandale zu berichten. Als Urheber der in Hongkong registrierten und mit Bitcoin bezahlten Domain – mitsamt Server auf den Seychellen – identifizierte ein IT-Forensiker den Programmierer H. Der gab zunächst Josef Ritt als Auftraggeber an, der neben der Agentur auch Inhaber des Bio-Rohstoffhandels Eurocrop ist. Bio Austria, ihre Marketing GmbH und Mittermayr klagen nun gegen Ritt, um die eigenen Markenrechte zu verteidigen. Zudem vermuten die Kläger hinter der Website eine gezielte Schmutzkampagne mit Ritt als Urheber. Doch der streitet dies vehement ab. Mehr in BIOwelt 4/2026.


