Österreich: Bio-Krimi geht in nächste Runde
Der Bio-Krimi in Österreich geht weiter: Bio Austria beantragte am vierten Verhandlungstag Mitte April, die Klage gegen Joe Ritt auszuweiten. Lässt das Handelsgericht Wien diesen Antrag zu, muss die zuständige Richterin im September auch über einen Widerruf auf der Homepage des Beklagten sowie über Schadensersatz in Höhe von 31.000 Euro entscheiden. Das berichtete das Internetportal ‚Über Bio‘. Geklagt hatte der Verband, ihre Tochter, die Bio Austria Marketing GmbH, sowie deren Geschäftsführer Hermann Mittermayr gegen Joe Ritt und seine Agentur. Auslöser des zähen Rechtsstreits ist eine Internetseite, die lediglich als Ankündigung online ging. Zu sehen war ein verfremdetes Bio Austria-Logo mit dem Schriftzug ‚Bio Korrupt‘ und der Abbildung eines Schweins im Anzug vor einem Berg Geldscheinen. Darunter stand die Behauptung, ein ÖVP-Politiker nutze Bio Austria, um sich und seine Freunde zu bereichern – mit Unterstützung einer naiven Obfrau. Bio Austria vermutet dahinter eine Kampagne von Ritt, der das vehement bestreitet. Aus Zeitgründen konnte er vor Gericht noch nicht aussagen. Ein Zeuge, der im letzten Termin erscheinen sollte, meldete sich laut ‚Über Bio‘ krank: Ex-Lobbyist Peter Hochegger soll bei einem Treffen gewesen sein, an dem neben Ritt auch der Programmierer der Internetseite, um die sich der Streit dreht, sowie ein von Bio Austria auf die Blacklist gesetzter Unternehmer teilnahm. „Die Vorwürfe zur diffamierenden Webseite und E-Mails sind unbegründet und gehen ins Leere“, so Ritt gegenüber BIOwelt. Er sei erleichtert, dass alle Zeugen vor Gericht seine Darstellung bestätigt hätten und es keine Widersprüche gebe. Aus Sicht von Ritt wird das Verfahren künstlich verlängert – womöglich, um Kritik an Import-Praktiken und dem Umgang mit Bio-Bauern zu unterdrücken. Auf die ersten Prozesstage 2025 folgten im März trotz Schlichtungsversuchen der Richterin der dritte und im April der vierte Prozesstag – auf Drängen der Klägerseite.


