Saatgutkonferenz: Branche muss in Umsetzung kommen
Ganz zentrale Herausforderungen standen im Fokus der FiBL-Saatgutkonferenz am 7. und 8. Juli in Fulda: Zunächst ging es darum, dass im Ökolandbau häufig noch konventionelles Pflanzenvermehrungsmaterial (PVM) eingesetzt wird. Ab 2037 ist dies nach der EU-Öko-Verordnung nicht mehr zulässig. Um den Bedarf bis dahin zu decken, müsste die Produktion von Öko-PVM um bis zu 600 Prozent steigen. „Wir stehen an einem Scheideweg, wenn es um die Grundlagen unserer Ernährung geht.“ So klar formulierte es Thomas Lang, Vorstand Landwirtschaft beim BÖLW, im Rahmen der FiBL-Saatgutkonferenz. Dort diskutierten Fachleute aus Landwirtschaft, Züchtung, Saat- und Pflanzgutproduktion, Wissenschaft, Verarbeitung, Handel, Politik und Verbänden, wie sich der Ausbau von Biosaat- und Pflanzgut beschleunigen lässt. Alles vor dem Hintergrund, dass im Ökolandbau noch konventionelles Pflanzenvermehrungsmaterial (PVM) eingesetzt wird. Ab 2037 ist dies nach der EU-Öko-Verordnung nicht mehr zulässig. Um den Bedarf bis dahin zu decken, müsste die Produktion von Öko-PVM um bis zu 600 Prozent steigen. Fazit in Fulda: Jetzt muss die Bio-Branche vom Ziel in die Umsetzung kommen. „Dazu braucht es das Engagement der gesamten Wertschöpfungskette“, sagte Dr. Freya Schäfer, FiBL Deutschland.
Zusätzlichen Handlungsdruck erzeugt die Deregulierung Neuer gentechnischer Verfahren (NGT). „Das Versprechen des Biosektors, auch weiterhin ohne Gentechnik zu arbeiten, lässt sich am konsequentesten durch die Verwendung von Biosaat- und Pflanzgut absichern – denn hier bleibt Gentechnik auch in Zukunft tabu“, erklärte Carolin Pagel, Teamleitung Politik bei Bioland. Einen konkreten Vorschlag brachte Steffen Reese, Co-Geschäftsführer FiBL Brüssel, mit nach Fulda: Reese sprach sich aus für ein Ökoförderprogramm für Saat- und Pflanzengut unter dem Dach der FiBL Projekte GmbH. Es soll nicht nur verbandsübergreifend agieren, sondern auch alle großen Player aus dem LEH adressieren. Mehr in BIOwelt 8/2026.


