Tierwohllabel nun doch mit Bio-Stufe
Seit Jahren steht ein Tierwohllabel zur Diskussion, jetzt soll die Angabe zur Tierhaltung verpflichtend werden. Im ersten Schritt nur für Schweinefleisch – dafür aber mit eigener Bio-Haltungsstufe. Die Eckpunkte des fünfstufigen staatlichen Labels stellte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am 7. Juni in einer Pressekonferenz vor. „Wer Tiere nutzt, hat auch die Pflicht, sie gut zu halten”, so Özdemir. Er habe aber auch das Recht auf die richtigen Rahmenbedingungen. Der Landwirtschaftsminister plant die schrittweise Einführung der Haltungsstufen Stall, Stall+Platz, Frischluftstall, Auslauf/Freiland und Bio als Extra-Kategorie. Für neue Wege – so Özdemir – gebe es einen breiten Konsens. „Dass nun auch bei der geplanten Tierhaltungskennzeichnung die Leistungen des Ökolandbaus mit einer eigenen Bio-Stufe als höchstem Standard für die Verbraucher sichtbar werden, ist folgerichtig und sehr zu begrüßen”, kommentierte Bioland-Präsident Jan Plagge die Pläne des Ministeriums als einen Startschuss zu deutlich mehr Transparenz für Verbraucher bei ihrer Kaufentscheidung. Keine Transparenz gebe es bisher hingegen bei der Finanzierung: „Eine Milliarde Euro wird für den grundlegenden Umbau der Tierhaltung sicher nicht reichen”, betonte Plagge. Die Blockadehaltung der FDP um Finanzminister Lindner verhindere ein klares Signal an Landwirte und Verbraucher.


