Weltklimarat: Risiken schaukeln sich hoch
Nie war die Dringlichkeit größer: Der Weltklimarat (IPCC) warnt in seinem neuen Bericht vor den dramatischen Folgen des Klimawandels. Demmach werden sie sich stärker und früher zeigen als bisher angenommen. Unverzügliches und zielstrebiges Handeln für Klimaschutz sowie Klimawandelanpassung seien erforderlich – heißt es in dem am 28. Februar veröffentlichten IPCC-Bericht – , um Risiken auf einem bewältigbaren Niveau zu halten und unwiderrufliche Schäden in Ökosystemen und Gesellschaften abzuwenden. „Die bisherigen Risikoabschätzungen waren zu optimistisch”, sagte Matthias Garschagen von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er gehört zu den Leitautoren des Weltklimaberichtes, für den internationale Wissenschaftler Tausende von Studien auswerteten. „Wir haben es immer mehr mit Verflechtungen und Komplexitäten im System zu tun, durch die sich Risiken gegenseitig hochschaukeln, etwa wasserbezogene und nahrungsmittelbezogene Risiken”, so Garschagen weiter. Die Autoren sehen starke Auswirkungen des Klimawandels in allen Erdregionen und Sektoren, beispielsweise in der Infrastruktur, in Städten, in der Nahrungssicherung, in der Landwirtschaft oder im Fischfang. Zudem macht der Bericht deutlich, dass Klimaanpassung zwar voranschreitet, aber bislang nicht alle Risiken kompensieren kann.
Die Deutsche Umwelthilfe kommentierte den IPCC-Bericht umgehend: „Er ist nichts weniger als ein flammender Appell auch an die Bundesregierung, endlich sofort wirksame Maßnahmen zur Reduzierung von Treibhausemissionen zu ergreifen und die Klimaschutzziele so zu verschärfen, dass Deutschland damit das 1,5-Grad-Limit von Paris einhält.”


