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    Hier geht Bios Herz auf „Das ist mein kompletter Wocheneinkauf.“ Nikolaus steckt die mitgebrachte Glasschale mit Bärlauchkäse in den randvollen Korb zu Chicoree, Möhren und einem großen Glas Schokocreme. Für unterwegs gibt es für ihn gratis einen oder besser noch zwei Fruchtriegel dazu. Unter dem braunen Filzhut blitzen Nikolaus Augen vor Freude – er lacht, der lange graue Bart vibriert. Nikolaus kommt seit vielen Jahren aus dem rund zehn Kilometer entfernten Quakenbrück, um hier auf dem historischen Fachwerkhof im Bioladen von Karin Brunswinkel-Röh einzukaufen.

    Der Ladner, der Läden baut Gut 3.500 Quadratmeter umfasst das Ritter-Areal in Schwäbisch-Hall. Die Shopping Mall samt eigenem Parkhaus liegt am Rande der historischen Altstadt, quasi als Verlängerung der Fußgängerzone. Auf den ersten Blick eine durchaus attraktive Lage. Doch der Komplex hat turbulente Jahre hinter sich. Leerstand, häufige Mieterwechsel und geringe Frequenz prägten lange das Bild. Heute sind zwar wieder alle Flächen vermietet, doch der Standort kämpft weiterhin um Aufmerksamkeit. „Das Center ist in gewisser Weise verbrannt“, sagt Jörg Kunze. Der 66-Jährige betreibt hier nicht nur den Bioritter, sondern gestaltete im Zuge der Revitalisierun…

    Drei Schwestern, zwei Märkte, eine Marke Schon der Parkplatz vor dem neuen Biomichl in Murnau verrät viel über die Kundschaft. Tesla neben Polo, Firmenbulli neben Familienvan. Drinnen greifen junge Eltern zu Gemüse, während zwei Rentnerinnen an der Käsetheke plaudern. Im Bistro treffen zur Mittagszeit Anzugträger auf Handwerker. „Unsere Zielgruppe ist extrem breit“, bestätigt Ricarda Sendl. „Vom Bauarbeiter bis zum Unternehmer kommen eigentlich alle – zum Einkaufen, Kaffeetrinken oder Mittagessen.“ In den Sommermonaten gesellen sich zahlreiche Touristen hinzu. Rund 48.000 Übernachtungsgäste und etwa eine Million Tagesbesucher zieht die kleine Markt- gemei…

    Geteilte Ernte „Der Stall ist unser erweitertes Wohnzimmer.“ Timo Funke steht im offenen Laufstall zwischen Pommern- und Wallachenschafen. Aufmerksam beobachtet er die Tiere, die in den nächsten Stunden und Tagen ihre Lämmer zur Welt bringen. Dazwischen picken Hühner im Stroh, ein schwerer Kaltblüter schaut gelangweilt zu – Idylle pur. Auf dem Hof leben bis zu 300 Hühner, 60 Mastschweine, eine 15-köpfige Mutterkuhherde und zwei Milchkühe, die Funke noch eigenhändig melkt. Das gehört für ihn genauso dazu, wie die Herstellung von Käse und Joghurt oder von Gelee, Saft und Tinkturen. „Unser Anspruch ist es, weitgehend von dem zu leben, was der Betrieb hergibt. Gemüse un…

    Buntes Berliner Bio Nur wenige Meter vom S-Bahnhof Lichtenrade entfernt öffnet sich das urbane Quartier mit der Alten Mälzerei als Herzstück. Roter Backstein trifft Industriecharme – moderne Stadtent- wicklung bettet historische Bausubs- tanz ein. Hinter einer Freifläche gut sichtbar: der Bio-Frischemarkt Grünschnabel. Auf der großen Fensterfront wirbt er für Faires und Regionales, Wein und Feinkost, aber auch für Naturkosmetik. Hinter wuchtigen Mauern wartet ein modernes Ladendesign – warme Grün- und Brauntöne, Hinweise in geschwungener Schreibschrift, viel Holz und noch mehr Atmosphäre.

    Ruhepol in unsicheren Zeiten „Unsere Heimat ist der Martinshof“– die Botschaft prangt in einer großen Sprechblase im Schaufenster. Darunter: drei Ziegen. Sie sind ein elemen- tarer Teil der mittlerweile 40-jährigen Geschichte des Martinshofs, einem mittelständischen Bio-Unternehmen mit eigener Ziegenmolkerei, Bio- Metzgerei, Lieferdienst sowie Hof- und Stadtladen. Bereits ab elf Uhr füllen sich im Saarbrücker Stadtladen die Bistro-Tische, Gäste studieren die Mittagskarte. Nur wenige Schritte weiter: sorgfältig arrangiertes Obst und Gemüse sowie die zentral im Laden, als offener Halbkreis eingerichtete Weinabteilung.