Newsletter 05/2019 | BIOwelt

Newsletter 05/2019

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Inhalt

  1. Next Organic: Österreicher räumen ab
  2. Kommt die Stechuhr für alle?
  3. Lauter gegen Hunger
  4. Anne Mutter verstärkt AöL-Vorstand
  5. Regionalwert vergibt Aktien
  6. Royaler Besuch bei Herrmannsdorf
  7. Einweihung bei Havelland
  8. Lebensmittel: Industrie wächst weiter


1. Next Organic: Österreicher räumen ab

Foto: BIOwelt / Heike van Braak 2019

Bei der siebten Next Organic in Berlin setzten sich Mitte Mai gleich drei Start-ups aus Österreich durch: Bio Balkan nahm den Award als bestes Social Business mit nach Hause. Für den Fertigteig-Hersteller Kornelia gab es den Preis in der Kategorie Manufaktur, und bei den Herstellern gewann der Reisbauer Österreis. Während der Gründer den Next Organic Startup Award entgegennahm, lag seine Frau übrigens gerade in den Wehen. Insgesamt mehr als 80 Start-ups hatten sich in diesem Jahr um diesen begehrten Preis beworben. Besonders gut an kam das neue Konzept: Veranstalter Jiro Nitsch setzte auf verstärktes Netzwerken und ein umfangreiches Rahmenprogramm. Als Keynote Speaker mit dabei war am zweiten Tag Dr. Felix Prinz zu Löwenstein. Der BÖLW-Vorsitzende sprach zum Thema „Wie steht es um die Zukunft unserer Ernährung?“.


2. Kommt die Stechuhr für alle?

Stechuhr

Foto: BIOwelt / Heike van Braak 2019

Schutz oder Kontrolle: Arbeitgeber sind dazu verpflichtet, die Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter vollständig zu erfassen. Das entschied jetzt der Europäische Gerichtshof und stärkt so die Rechte der Beschäftigten. Mit diesem Urteil ist die Einhaltung von Höchstarbeitszeitgrenzen und Ruhezeiten ein Grundrecht in der Europäischen Union. Die Arbeitszeiterfassung soll ein Mittel sein, es zu wahren. Der Gerichtshof stellte fest, dass ohne die Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeit weder die Zahl der Überstunden noch die zeitliche Verteilung der Arbeitszeit verlässlich ermittelt werden könne. Wie sich das Urteil auf den Arbeitsalltag hierzulande auswirkt, bleibt abzuwarten. Gewerkschaften reagierten jedenfalls erfreut.


3. Lauter gegen Hunger

Lauter gegen Hunger

Foto: BIOwelt / Heike van Braak 2019

Wie können neun Milliarden Menschen im Jahr 2050 ernährt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich die dritte World Food Convention am 7. Mai in Berlin. Rund 700 Entscheider aus Politik, Industrie, Verbänden und Nicht-Regierungsorganisationen kamen auf Einladung des Tagesspiegels, um über die brennenden Fragen der Zukunft zu diskutieren. „Wir müssen lauter werden“, forderte Entwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller sie auf. Eine Welt ohne Hunger sei möglich. Schon heute könnten zehn bis zwölf Milliarden Menschen ernährt werden – entscheidend im Kampf gegen Armut und Hunger seien faire Lieferketten. „Wir sind nicht zu viele, aber wir tun zu wenig“, betonte Müller. Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner brach erneut eine Lanze für die Digitalisierung in der Landwirtschaft. Sie sei eine Chance – gerade für kleinere Betriebe – und spiele eine wichtige Rolle bei der Lebensmittelversorgung. Konkreter wurde es beim Pitch der Start-ups: Sie stellten ihre Projekte vor, um die Verschwendung von Lebensmitteln zu verringern, die Landwirtschaft in Afrika zu stärken und Steaks aus gezüchteten tierischen Zellen zu produzieren.


4. Anne Mutter verstärkt AöL-Vorstand

AOEL_Neuer Vorstand

Foto: AöL 2019

Die AöL richtet sich neu aus: Anne Mutter ist neues Vorstandsmitglied. Sie wurde Anfang Mai in Fulda einstimmig gewählt, nachdem sich Susanne Horn aufgrund ihrer neuen Aufgaben vorzeitig aus dieser Funktion verabschiedet hat. „Eine meiner eigenen Wertevorstellungen ist, sich nicht nur einzumischen, sondern auch aktiv mitzugestalten“, so die Vorsitzende der Geschäftsführung von Holle Baby Food AG. Die Arbeit der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller halte sie für sehr zielführend und auch zukunftsweisend. „In meiner neuen Rolle als Vorstand möchte ich gerne einer dieser Köpfe sein und mit Herz und Verstand voranschreiten“, so Mutter weiter. Der AöL-Vorstand wird jeweils für vier Jahre gewählt und ist neben Anne Mutter mit Gudrun Schweisfurth (Herrmannsdorfer Landwerkstätten), Andreas Swoboda (Bio Breadness), Josef Eder (Bio-Hofbäckerei Mauracher), Jörg Große-Lochtmann (Öko-Services), Jürgen Hansen (Friland J. Hansen) und Dr. Alexander Beck (geschäftsführender Vorstand der AöL) besetzt.


5. Regionalwert vergibt Aktien

Regionalwert vergibt Aktien

Foto: BIOwelt / Heike van Braak 2019

Die Regionalwert AG Berlin-Brandenburg gibt seit Mitte Mai Aktien im Gesamtwert von bis zu 1,5 Millionen Euro aus. Damit räumt sie den Bürgern die Möglichkeit ein, direkt in ökologische Betriebe zu investieren und sich an der Entwicklung ihrer Region zu beteiligen. Eine Aktie hat einen Wert von einem Euro – die Mindestzeichnungsmenge beläuft sich auf 500 Aktien. „Sie sorgen mit ihrer Investition dafür, dass mehr Fläche in der Region ökologisch bewirtschaftet wird mit Vorteilen für den Boden, das Klima, Flora und Fauna“, wirbt die Regionalwert AG in ihrer gerade erschienenen Unternehmensbroschüre. Nach Freiburger Vorbild fördert die Regionalwert AG Berlin-Brandenburg eine vielfältige, regionale Landwirtschaft.


6. Royaler Besuch bei Herrmannsdorf

Royaler Besuch bei Herrmannsdorf

Foto: StMELF 2019

Prinz Charles und Herzogin Camilla besuchten die Herrmansdorfer Landwerkstätten in Glonn. Sie kamen zum Abschluss ihrer Deutschlandreise in Begleitung von Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auf den Bio-Bauernhof östlich von München. Begrüßt wurde das royale Paar von der Herrmannsdorfer Geschäftsführerin Sophie Schweisfurth und ihrem Mann Mathias Stinglwagner. Mit diesem Abstecher wollte Prinz Charles sein Interesse für ökologische Landwirtschaft zum Ausdruck bringen. Es ging mit einer Delegation zu der symbiotischen Weide, auf der Hühner, Schweine und Rinder zusammenleben. Als großer Bienenliebhaber besichtigte Prinz Charles auch den Herrmannsdorfer Bienengarten und die Biogasanlage. Im Anschluss schüttelten Charles und Camilla viele Hände, verkosteten Produkte und ließen sich Zeit für Gespräche.

Prinz Charles gilt als Pionier der ökologischen Landwirtschaft. Bereits 1985 wandelte er die Duchy Home Farm – den Bauernhof seines Anwesens Highgrove in der Grafschaft Gloucestershire – in einen Biobetrieb um.


7. Einweihung bei Havelland

Einweihung Produktion Biomanufaktur Havelland mit Schilde und Habeck

Foto: Biomanufaktur Havelland 2019

Rund drei Millionen Euro investierte die Biomanufaktur Havelland in Gebäude und Maschinen – jetzt feierte sie die Einweihung. Mit prominentem Besuch: Zur Eröffnung kam Robert Habeck, Bundesvorsitzender der Grünen. Nach gut anderthalb Jahren Umbauzeit kann nun der größte Bio-Fleisch- und Wurstverarbeitungsbetrieb in Brandenburg seine Produktionskapazität auf das Doppelte steigern. Und eine Ende des Trends scheint nicht abzusehen: In 2018 erzielte die Bio Company-Tochter aus Velten einen Umsatz von zwölf Millionen Euro. Trotz Umbau erreichte sie eine Steigerung gegenüber 2017 um 15 Prozent. Gestartet war der Betrieb in 2013 mit 2,7 Millionen Euro.

„Der Umbau war eine große Herausforderung, denn er erfolgte bei laufendem Betrieb“, so Havelland-Geschäftsführer Thomas Schubert. „Mit dem jetzigen Ergebnis sind wir aber sehr zufrieden.“ Mit der Erweiterung auf nun 2.000 Quadratmetern Fläche wurde der gesamte Betrieb einmal komplett gedreht und neu aufgezogen. Havelland richtete eine neue Verpackungsanlage ein, erweiterte die Rauchanlagen auf das Doppelte, baute die Kühlräume aus und erweiterte die Pökelei. Zudem baute das Unternehmen die hauseigene Küche aus und richtete drei Reiferäume sowie Hygieneschleusen ein. Insgesamt konnten alle Produktionsabläufe und Chargiersysteme logistisch optimiert werden. Die energetische Sanierung hatte die Biomanufaktur bereits Ende 2015 erfolgreich abgeschlossen. Durch Kraftwärmekoppelung und eine Photovoltaikanlage arbeitet der Betrieb CO2 neutral und produziert einen Teil seiner Energie selbst.


Foto: Pixabay / PublicDomainPictures 2019

Foto: Pixabay / PublicDomainPictures 2019

Die deutsche Ernährungsindustrie verzeichnete im Februar erneut ein Wachstum. Die Branche erwirtschaftete 14 Milliarden Euro und damit ein Plus von 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Durch die höheren Verkaufspreise, die im In- und Ausland wieder erzielt wurden, legte auch der mengenmäßige Absatz um 1,1 Prozent zu. Besonders auffallend: Das Wachstum wurde laut Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) wesentlich im Inlandsgeschäft erwirtschaftet. Das Exportgeschäft, das üblicherweise als Ertragsstütze dient, musste im Februar jedoch einen leichten Dämpfer hinnehmen. Die Lebensmittelhersteller exportierten Produkte im Wert von 4,6 Milliarden Euro und damit 0,6 Prozent weniger als noch im Vorjahresmonat. Von der stabilen positiven Konjunkturentwicklung der Branche profitieren auch ihre Produktionszahlen. Der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex stieg um 0,3 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Fortsetzung des Wachstumstrends vom Jahresbeginn lässt auf eine anhaltend stabile Konjunktur hoffen.


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